HORIZONT vor 9

Acht Dinge, die Sie heute Morgen wissen sollten

Konsequente Koblenzer: "Rhein-Zeitung"-Digitalchef Marcus Schwarze (l.) und Chefredakteur Christian Lindner
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Konsequente Koblenzer: "Rhein-Zeitung"-Digitalchef Marcus Schwarze (l.) und Chefredakteur Christian Lindner

Guten Morgen. Frankfurt, 6 Uhr 23. Wer darauf gewettet hat, dass Fifa-Chef Joseph Blatter heute nicht wieder gewählt wird, hätte sein Geld besser in einen Lottoschein gesteckt. Doch auch abseits der Fifa ist mächtig viel los. Einen energischen Freitag und ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen Ihr Vor-9-Team.



1. Lebensmittel I:
Mediapitches in den USA gehen weiter. Vor zwei Tagen hatten wir prognostiziert, dass das Jahr 2015 als das Jahr der Mediaetat-Überprüfungen in die US-Werbegeschichte eingehen könnte. Das war gut getippt, denn nun hat sich auch General Mills in die Riege der Unternehmen eingereiht, die neu verhandeln wollen, wo, mit welcher Agentur und unter welchen Bedingungen Werbung geschaltet wird. Der Etat des Lebensmittelkonzerns ist laut Adage fast 830 Millionen Dollar schwer; Etathalter ist die Publicis-Agentur Zenith.


2. Lebensmittel II: Gibt es bald Amazon-Babybrei? So wie Facebook möchte, dass niemand mehr außerhalb von Facebook im Internet surft, will Amazon, dass niemand mehr jenseits von Amazon einkauft. Nach einem Bericht von "The Verge" plant der E-Commerce-Gigant, eigene Lebensmittelmarken zu etablieren. Startprodukte sollen Milch, Cerealien und Babynahrung sein.



3. Swatch macht Apple Konkurrenz. In Interviews hatte CEO Nick Hayek schon mehrfach angedeutet, was laut "ZDNet" ab August Realität werden soll: Der weltweit größte Uhrenhersteller Swatch bringt eine Smartwatch mit Internetzugang und Bezahlfunktion auf den Markt – zunächst im Heimatland Schweiz und in China.


4. „Das Reichweitenmodell wird zusammenbrechen“. Das gallische Dorf gegen  Kostenlos-Internet ist in Deutschland Koblenz -  dank der "Rhein-Zeitung". Zwischen Wein und Kultur krempelt der Verlag in branchenuntypischer Konsequenz den Online-Journalismus um und wendet sich mit einem breiten Bezahlmodell gegen den Reichweitenkampf im Netz. Im Interview mit HORIZONT sprechen Chefredakteur Christian Lindner und Digitalchef Marcus Schwarze über mutige Versuche und Irrtümer.


5. Apple kauft Metaio. Der Name klingt nach einer chinesischen Alibaba-Konkurrenz, aber hinter Metaio steckt ein Technologie-Unternehmen aus München, das 2003 durch ein internes Projekt bei Volkswagen entstand. Metaio soll Apple laut "Techcrunch" helfen, seine Augmented-Reality-Pläne umzusetzen. Da sage einer, es gäbe in Deutschland keine Startup-Szene, oder wenn nur in Berlin!


6. Werbeblocker ersetzt Standard-Clips durch preisgekrönte Werbung. Kein verspäteter April-Scherz, aber auch keine Idee des sich so um Ideen bemühenden deutschen Art Directors Club. Stattdessen hat die britische Kreativvereinigung D&AD den Video-Werbeblocker „The Ad Filter“ entwickelt. Statt Werbespots im Internet ganz zu blockieren, tauscht Ad Filter, schreibt "T3N",  Spots gegen preisgekrönte Werbung aus.


7. Google kämpft um Anschluss. Google ist eine Großbaustelle, befindet das „Handelsblatt“ barsch. Auf der Entwicklerkonferenz I/O hat der Suchgigant sein Bezahlsystem Android Pay vorgestellt – höchste Zeit aus Google Sicht: Apple Pay startete bereits im vergangenen Herbst.


8. Instagram bringt Bilderstrecken-Format nach Deutschland. Nach Facebook umgarnt nun auch Instagram deutsche Werbungtreibende mit sogenannten Carousel Ads. Ab Juni können Unternehmen in der Foto-und Video-Sharing-App bis zu vier Bilder in einer Anzeige zu einer Sequenz kombinieren. Das Format ähnele "dem Erlebnis einer mehrseitigen Print-Werbekampagne", macht Instagram in einer Ankündigung potenziellen Kunden den Mund wässrig.

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