HORIZONT Vor 9

Acht Dinge, die Sie heute Morgen wissen sollten

© Ingo Rentz
Guten Morgen aus Frankfurt. Heute ist der Writers-in-Prison-Day, mit dem die Schriftstellervereinigung PEN an inhaftierte Autoren und Journalisten erinnert. In Deutschland weisen über 30 Zeitungen und Online-Medien mit einer gemeinsamen Aktion auf die Situation in der Türkei hin. Was heute Morgen sonst noch wichtig ist, lesen Sie in HORIZONT Vor 9.

1. Deutsche Medien veröffentlichen Text der "Cumhuriyet"-Redaktion

Aus Solidarität mit der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" veröffentlichen zahlreiche deutsche Medien am Dienstag einen Text der türkischen Kollegen. In ihrem Text beschreiben die türkischen Journalisten ihre Erfahrungen mit der Arbeit unter erschwerten Bedingungen, nachdem mehrere Redakteure festgenommen worden waren.

2. Spiegel muss 35 Mitarbeitern kündigen

Erstmals in seiner Geschichte muss "Der Spiegel" betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. 35 Mitarbeiter aus dem Verlagsbereich verlieren ihren Job. Eine Sprecherin bestätigte die Entscheidung gegenüber HORIZONT Online. Insgesamt fallen im Verlag bis Ende 2017 knapp 150 Stellen weg - die meisten Arbeitsplätze konnten im Rahmen von Vorruhestandsregelungen und internen Wechseln sozialverträglich abgebaut werden. 

3. Lufthansa-Piloten streiken erneut

Schlechte Nachrichten für Geschäftsreisende und Urlauber: Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat erneut zu Streiks bei der Lufthansa aufgerufen. Grund ist der immer noch ungelöste Tarifkonflikt bei der größten deutschen Fluggesellschaft. Die genaue Zeitpunkt des mittlerweile 14. Ausstands soll mit 24 Stunden Vorlauf angekündigt werden.

4. Whatsapp macht Videoanrufe für alle Betriebssysteme verfügbar

Facebooks Kurzmitteilungsdienst WhatsApp baut sein Angebot mit Videoanrufen aus. Seit Dienstag sollen alle Nutzer "in den kommenden Tagen" schrittweise den Zugang zur neuen Funktion bekommen, wie Whatsapp in einem Blogeintrag mitteilte. Verfügbar ist die Funktion nun auf Telefonen mit dem Google-Betriebssystem Android, Apples iPhones und Microsofts Windows Phone.

5. Facebook stampfte Fake-Detektor wieder ein

Im US-Wahlkampf wurde Facebook wiederholt vorgeworfen, in seinem Newsstream würden Falschinformationen verbreitet. Bislang versuchte das Unternehmen, das Problem zu kleinzureden. Tatsächlich unternahm Facebook aber offenbar den Versuch, gefälschte Nachrichten per Software aus dem Newsstream herauszufiltern. Das berichtet Gizmodo unter Berufung auf interne Quellen. Das Update kam aber nie zum Einsatz. Offenbar wurden überproportional viele konservative und rechtsgerichtete Newssites heruntergerankt. Bei Facebook sorgte man sich laut Gizmodo daher vor Angriffen aus dem konservativen Lager.

6. Gericht kippt langjährige Gema-Praxis

Nach den Verlagen muss nun auch die Musikindustrie um einen Teil ihrer Urheberrechtseinnahmen bangen. Das Kammergericht Berlin hat die langjährige Praxis der Gema gekippt, Musikverlage pauschal an den Einnahmen aus Nutzungsrechten zu beteiligen. Bislang fließen 40 Prozent der Tantiemen an die Plattenfirmen. Bei ihrem Urteil berief sich das Gericht auf das BGH-Urteil zur Ausschüttungspraxis der VG Wort. Geklagt hatten zwei Musiker aus Berlin.

7. Mark Zuckerberg will Pazifikraum mit Drohnen vernetzen

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will entlegene Teile von Asien und Ozeanien mit einer neuen Technik mit Internet versorgen. Insgesamt 21 Länder in der Region sollen mit Hilfe solarbetriebener Drohnen vernetzt werden. Das erklärte der Vorsitzende der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft Apec in Lima, auf deren Gipfel Zuckerberg heute auftreten wird.

8. E-Commerce: Der lange Marsch der Lebensmittelhändler ins Internet

Rewe liefert schon, Kaufda folgt und nun steht auch noch Lidl in den Starlöchern. Die Zahl der Lebensmittellieferanten wird immer größer. Aber heißt das auch, dass sich hier ein echter Markt entwickelt? Ein großer Teil der Betriebsamkeit ist der puren Angst vor Amazon geschuldet. Die Hürden für ein wirklich lukratives Online-Modell für den Lebensmittelhandel sind hoch, analysiert der Unternehmensberater Harald Münzberg in einem Gastbeitrag für HORIZONT Online.



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