Sanifair, Niedersachsen, Lastminute.de und Co

Die 10 grottigsten Spots des Jahres

Natürlich ist auch der Sanifair-Imagefilm unter unseren Flops des Jahres
© Sanifair / Screenshot Youtube
Natürlich ist auch der Sanifair-Imagefilm unter unseren Flops des Jahres
"Rechts gegen Rechts", "The Berlin Wall of Sound", das "Osterhasen-Rasen" oder Edekas "Heimkommen" - das Kreativjahr war aus deutscher Sicht vielleicht so gut wie lange nicht. Doch auch 2015 war in der Werbung nicht alles Gold, was glänzt. HORIZONT Online zeigt 10 Spots, die lieber nicht das Licht der Öffentlichkeit erblickt hätten. Viel Spaß beim Fremdschämen.

1.

Sanifair - Erfrischend anders

Kaum ein Imagefilm hat im Netz für so viel Gelächter gesorgt wie jener von Sanifair, in dem ein Mädchen eine Sanifair-Toilettenanlage auf einer Autobahnraststätte unter die Lupe nimmt. Dass das Ganze dabei so inszeniert ist, als habe die Protagonistin noch nie einen so märchenhaft schönen Ort gesehen, ist einfach nur grotesk. Die schlechte Begleitmusik und das unterirdische Schauspiel der (vermeintlichen) Sanifair-Mitarbeiter sorgen dafür, dass der Film nur als ungewollte Realsatire at its best angesehen werden kann.


2.

Lifestrom - Das Leben macht mehr Spaß, wenn der Strom weniger kostet

Dass das Leben mehr Spaß macht, wenn der Strom weniger kostet - so heißt es im Werbespot von Lifestrom -, mag ja sein. Ob ein Rodeobulle im Spielzimmer, der der vierköpfigen Familie großen Spaß bereitet, das richtige Mittel zur Vermittlung dieser Botschaft ist, ist eher zweifelhaft. Hier war wohl eher der Wunsch der Vater des gewollt witzigen Gedankens.

3.

Tourismus Marketing Niedersachsen - Urlaub in Niedersachsen. Anders als du denkst

Mit dem Imagefilm "Anders als du denkst" hat das Tourismus Marketing Niedersachsen im Frühjahr für einen Shitstorm gesorgt. Nicht nur, dass der Film für eine Standortkampagne viel zu wenig von dem zeigt, was den Reiz des Bundeslandes ausmacht. Die Schauspieler sind zudem katastrophal gecastet und die Handlung ist nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Absurditäten, die den Zuschauer einfach nur ratlos zurücklässt. Oder haben Sie in Niedersachsen schon einmal Menschen-ähnliche Schafe gesehen?


4.

Sodastream - Schlombies

"Smombie", eine Wortschöpfung aus "Smartphone" und "Zombie", ist kürzlich zum Jugendwort des Jahres gewählt worden. Dass auch Sodastream Jugendsprache kann, will die Wassersprudler-Marke mit seinen "Schlombies" unter Beweis stellen. Problem nur: In seiner ganzen Aufmachung wirkt der Low-Budget-TV-Spot einfach nur albern.

Kayak - So heiß geht es am BER zu

Lautstark rammelnde Schafe im Flugzeugkostüm vor dem Flughafen BER, dazu die Botschaft "Sorry, die besten Flugangebote ab BER sind noch in der Mache." Keine Frage: Der absurde Eigenwerbeversuch von Kayak, mit dem das Vergleichsportal die lange Bauzeit des neuen Berliner Flughafens aufs Korn nimmt, kommt irgendwie zu ungestüm daher, um wirklich Humorpotenzial zu entfalten. Anders formuliert: Die verantwortliche Kreativagentur Jung von Matt ist hier mit dem Versuch gescheitert, die bei dem Kunden Sixt so erfolgreiche Mechanik, Werbung zu tagesaktuellen Anlässen zu kreieren, auf eine andere Marke anzuwenden.

6.

Lastminute.de - Europa kann so heiß sein

Auf die heißen Schafe folgen die heißen Städte: Die Marketingverantwortlichen von Lastminute.de haben es tatsächlich fertiggebracht, einen Werbespot auf den Weg zu bringen, der Sehenswürdigkeiten und kulinarische Spezialitäten europäischer Metropolen schamlos aneinanderreiht und als wahres Festival der Phallussymbole und Rundungen inszeniert. Kindischer und deplatzierter kann Werbung kaum sein.

7.

Matthias Reim - Die limitierte Jubiläumsbox

Wahrlich nicht jeder Prominente ist als Testimonial geeignet. Wie grandios ein Schlagerstar scheitern kann, wenn er ein Fan-Package zum 25-jährigen Jubiläum seines größten Hits in einem Youtube-Video bewirbt, hat Matthias Reim in diesem Jahr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die 180 Sekunden zur "Verdammt ich lieb' dich"-Sammelbox inklusive CD, Konzertticket, Talismann und Matthias-Reim-Miniatur sind so voller Platitüden und schlechten Kalauern, dass sie als ideales Beispiel dafür herhalten, wie man ein Merchandising-Produkt besser nicht anteasern sollte.

8.

Bonita - Genau ich

Egal ob Hornbach, Otto oder die Volksbanken Raiffeisenbanken: Heimat hat schon für einige Kunden gezeigt, wie kreative TV-Werbung geht. Im Fall der Modemarke Bonita ist das Ganze allerdings in die Hose gegangen, weil in dem 30-Sekünder lediglich ambitionierte Bilder zu einer unverständlichen Geschichte zusammengesetzt werden. So bringt das Commercial die Marke aus dem Hause Tom Tailer jedenfalls nicht voran.

9.

Zalando - Seid nicht altmodisch

Zu seinen Anfangszeiten stand Zalando für freche, innovative Werbung mit Schrei-Effekt. Dass davon heute nicht mehr allzu viel übrig ist, beweist der TV-Spot von Kemmler Kemmler für den Online-Händler, der allerdings nur in Österreich zu sehen war. Unter dem wenig kreativen Motto "Seid nicht altmodisch" erklären Senta Berger, Hannelore Elsner und Christiane Hörbiger die Vorzüge des Onlineshoppings und adressieren damit ganz offensichtlich die Generation, die für gewöhnlich Kleidung noch im Geschäft kauft. Problem nur: Die Performance der drei Grandes Dames des deutschsprachigen Fernsehens ist ein bisschen arg aufgesetzt cool. Höhepunkt ist der unglückliche Ausflug in die Jugendsprache: "So what?!"

10.

Mobilcom Debitel - Da kann man nicht Nein sagen

Manchmal geht Werbung über die Schmerzgrenze hinaus. Dieser Online-Spot von Mobilcom Debitel ist so ein Fall. Bei dem Versuch, einen Youtube-Hit mit einem schreienden Murmeltier für seine eigenen Werbezwecke zu nutzen, gelingt es dem Mobilfunkanbieter nicht, eine Marken- oder Produktbotschaft nachhaltig zu transportieren - und zwar ganz einfach, weil sie im nervigen Gebrüll komplett untergeht.
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