Apple-Jubiläum

Das sind die 10 besten Werbespots aus 40 Jahren

Einer von vielen Werbe-Klassikern: die Silhouetten im iPod-Spot
© Screenshot Youtube / iPod Ads
Einer von vielen Werbe-Klassikern: die Silhouetten im iPod-Spot
Happy Birthday! Apple, die wertvollste Marke der Welt, feiert heute ihren 40. Geburtstag. Der Konzern aus Cupertino blickt, abgesehen von zahlreichen Produkt-Klassikern, auf eine lange Tradition guter Werbung zurück. Egal ob Macintosh, iPod oder iPhone - die Spots hatten in der Regel eine großen Anteil am Apple-Hype und am Absatz der Produkte. Zum runden Geburtstag der Apfel-Marke zeigt HORIZONT Online die zehn besten Werbefilme in chronologischer Reihenfolge.

1.

"Homemaker", 1981

Zugegeben: Der Spot ist nicht wirklich einer von Apples besten. Aber aus zwei Gründen besonders wertvoll: Zum einen ging das damals noch kleine Unternehmen mit diesem 30-Sekünder erstmals in die TV-Werbeblöcke und stellte den Apple II vor. Zum anderen spielt der Spot mit sexistischen Äußerungen. Der einstige Talkshow-Gastgeber Dick Cavett gibt darin den Misogyn und spricht mit einer, wie er sagt, "typischen Hausfrau", die den Computer jedoch entgegen seiner Erwartungen nicht für die Haushaltsplanung oder Rezepte benutzt.


2.

"1984", 1984

Mit dem Commercial, das 1984 erstmals zum Super Bowl zu sehen war, führte Apple damals den Macintosh ein. Der in Zusammenarbeit mit TBWA Chiat Day und Regisseur Ridley Scott entwickelte Film spielte auf den gleichnamigen Roman von George Orwell an - und inszenierte den Apple Macintosh als Retter vor dem von Orwell beschriebenen, totalitären Großen Bruder, mit dem wohl IBM gemeint war. Der Werbefilm hat zahlreiche Preise abgeräumt und gilt heute als eines der besten Commercials überhaupt.

3.

"Color", 1990

Rechner mit Farbbildschirm waren 1990 noch nicht sehr weit verbreitet. Und sie waren vor allem teuer. Das wollte Apple ändern und launchte den Macintosh LC ("low-cost color") - einen günstigen und gleichzeitig farbfähigen Computer. Und mehr musste der Sprecher im dazugehörigen Commercial auch nicht erwähnen, um die Gunst der Zuschauer zu gewinnen. Der 15-Sekünder kommt deshalb wunderbar simpel daher. Und die Käufer kamen: Der neue Mac verkaufte sich gut und Apple steigerte seinen Umsatz gewaltig.


4.

"Think different", 1997

Die "Think different"-Kampagne aus dem Jahr 1997 steht wohl wie kaum eine andere für die grundlegende Philosophie der Marke Apple und Steve Jobs. Bei dem von TBWA Chiat Day in Los Angeles entwickelten Auftritt, mit dem Apple seinerzeit auf die "Think!"-Kampagne des Wettbewerbers IBM antwortete, soll Steve Jobs eine entscheidende Rolle gespielt haben. So stammt die Idee, Schwarz-Weiß-Portraits von prominenten Persönlichkeiten einzusetzen, von Jobs selbst. Die Kampagne mit dem Slogan "Think Different" lief bis zum Jahr 2002.

5.

"Un-PC", 1998

Dieser Spot war ein Angriff auf die Konkurrenz, vor allem auf die PCs von Marktführer Microsoft. "Dauernd kompliziert", "verwirrende Kabel", "technisch auffällig" und "vor allem teuer" seien die gängigen PCs, heißt es in dem Film. Aber da gibt es ja den neuen iMac, der "Un-PC", wie der Sprecher sagt. Steve Jobs hatte bekanntlich eine starke Abneigung gegen die Produkte des Konzerns von Bill Gates und machte nicht davor Halt, den Konkurrenten in der Werbung scharf anzugehen. Das zeigte sich auch in anderen Kampagnen (siehe "Get a mac" unten).

6.

"Silhouette", 2003

Um ein Haar wäre die "Silhouette"-Kampagne nie im TV gelaufen. Denn als die Werbedesigner von TBWA Chiat Day Steve Jobs den Entwurf vorstellten, war der Konzern-Chef ganz und gar nicht begeistert. Der Grund: Die Zuschauer bekommen das Produkt (in diesem Fall den iPod) nicht im Detail zu sehen und erfahren zudem nicht, was es kann. Doch Jobs ließ sich überreden. Apple änderte von da an seine Werbestrategie - weg von der Produktfokussierung, hin zur emotionalen Ansprache. Deshalb kommt die "Silhouette"-Kampagne auch mit knalligen Farben und fetziger Musik daher.

7.

"Get a mac", 2006-2009

Und wieder ein Angriff auf den Konkurrenten Microsoft: In der drei Jahre laufenden "Get a mac"-Kampagne (Agentur: TBWA/ Media Arts Lab) machte sich Apple über die Schwächen eines gängigen PCs (damals vor allem mit Microsoft Windows bestückt) lustig. Der Humorist John Hodgeman, gekleidet in eher biederem Anzug mit Krawatte, spielte den PC. Schauspieler Justin Long, in legerem Hemd und mit den Händen in der Hosentasche, gab sich als Mac aus. Mindestens 24 der insgesamt 66 entstandenen "Get a mac"-Spots gingen auch in Deutschland on Air.

8.

"Envelope", 2008

Wie macht man dem Zuschauer vor den TV-Bildschirmen klar, dass das neue Macbook Air auch wirklich ultra-dünn ist? Man steckt es in einen Briefumschlag. Der Wow-Effekt war immens. Spätestens 2008 eroberte Apple schließlich mit dem Macbook Air den Notebook-Markt. Die Konkurrenz zog daraufhin nach, entwickelte ebenfalls ultra-dünne Laptop-Modelle, sodass sich kurze Zeit später eine neue Klasse etablierte: die Ultrabooks.

9.

"Dream", 2013

Ein Ping-Pong-Duell mit den Tennisstars Venus und Serena Williams? Für manche Mitmenschen ist das ein Traum, den sie ungestört genießen wollen. In dem von TBWA Media Arts Lab kreierten Spot spielen die beiden Schwestern die Hauptrolle in dem Traum eines iPhones-5-Besitzers. Der 30-Sekünder setzte die im Jahr 2012 eingeschlagene Strategie fort, einzelne Features des Smartphones ausführlich zu inszenieren. Diese neue Herangehensweise lässt sich zumindest teilweise aus dem veränderten Wettbewerbsumfeld für das iPhone erklären. Denn die bisherige Benchmark des Smartphone-Markts sieht sich immer häufiger in Konkurrenz mit Modellen der Wettbewerber, denen von Fachpresse und Nutzern eine gleich hohe oder sogar höhere Qualität attestiert wird.

10.

"Huge", 2014

Es kommt auf die Größe an - das zumindest kommunizierte Apple in seinen Spots für das iPhone 6 und 6 Plus (Agentur: TBWA/ Media Arts Lab). Die beiden Clips widmeten sich thematisch zum einen der verbesserten Kamera der neuen Apple-Smartphones und zum anderen dem Größenunterschied zwischen den beiden Modellen. Die Testimonials Justin Timberlake und Jimmy Fallon sind dabei zwar nicht zu sehen, dafür aber unverwechselbar zu hören. Während Apple die Werbetrommel für das bisher größte iPhone rührte (4,7 und 5,5 statt bisher 4 Zoll), mehrte sich jedoch im Netz Kritik am Modell 6 Plus. Unter dem Hashtag #Bendgate verbreiteten Nutzer reihenweise Fotos, auf denen ihr Gerät verbogen ist. Das aktuellste iPhone-Modell 6SE, das Apple vor wenigen Tagen vorstellte, kommt mit 4 Zoll wieder kleiner daher. Also doch nicht alles eine Frage der Größe?
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