50 Shades of Grey

7 Marken, die keine Angst vor Fesselspielen auf der Leinwand haben

Szene aus dem Trojan-Spot "Fifty Shades of Sex-Ninja"
© Trojan
Szene aus dem Trojan-Spot "Fifty Shades of Sex-Ninja"
Wenn heute "Fifty Shades of Grey" in den Kinos startet, wird nicht nur bei Millionen von Fans des Erotikbestsellers die gefühlte Temperatur steigen. Auch eine überraschend große Zahl von Marken hatte Lust auf die SM-Lovestory. Herausgekommen sind dabei sowohl Auftritte, die Mut zur Sinnlichkeit zeigen, aber auch humorvolle Parodien des Hypes um den mysteriösen Christian Grey.
Dass überhaupt eine Marke die Nähe zu dem literarischen Universum von E.L. James sucht, wäre normalerweise undenkbar. Denn erotische Themen, speziell wenn sie mit Subkulturen wie BD/SM zu tun haben, gelten für große Mainstream-Marken zumeist als vermintes Gelände. Doch die Trilogie der Autorin hat sich nicht nur ein millionenfaches weitgehend weibliches Publikum erobert, sie hat auch schon vor dem Kinostart für die in der Geschichte erwähnten Marken einen nachweisbar positiven PR-Effekt gebracht.


Das dürfte sich mit dem Kinostart sogar noch verstärken. So hat der britische Heimwerkermarkt B&Q schon vorsorglich in einem Rundschreiben seine Mitarbeiter informiert, wie sie die Fragen der Fans auf eine "höfliche, hilfreiche und respektvolle Art" beantworten können. Doch der Fall des offiziellen Filmsponsors Crayola zeigt auch, dass in manchen Fällen die Markendehnung letztlich zu extrem ist. Der amerikanische Farbstifthersteller will an der öffentlichen Aufmerksamkeit zum Filmstart mit einer Limited Edition profitieren, die auch die Farben "Christan Gray" und  "Steele Gray" umfasst. Doch angesichts der eigenen Positionierung als Familienmarke verzichtete Crayola auf größere Marketingmaßnahmen im Vorfeld.

Andere Marken haben dagegen mit der Liebesgeschichte zwischen Leder und Handschellen deutlich weniger Probleme. Hier nun eine Auswahl der Marken mit den kreativsten Nebenrollen.


1.

Audi: Vorsprung durch sinnliche Technik

Der deutsche Hersteller spielt schon im Buch als Lieblingmarke des Millionärs Christan Grey eine große Rolle. Und obwohl die Ingolstädter Premiummarke normalerweise vor allem die Assoziation mit Science-Fiction-Filmen sucht, war im Fall von "50 Shades of Grey" das Potenzial in der weiblichen Zielgruppe wohl einfach zu verlockend. Audi bedient in seiner Kommunikation sowohl die - vermutlich zumeist männlichen - Kritiker wie auch die Fans. "Elevator Scene by Audi" mit Komikerin Vanessa Bayer zeigt pointenstark die alberne Seite des Kultphänomens, während "Who is Christian Grey?" die Verbindung zwischen der sinnlichen Ausstrahlung des Modells und der Hauptfigur der Geschichte herstellt.

2.

Durex: Die wollen nur spielen

Der Kondomhersteller begleitet das Phänomen mit einer eigenen Kampagnensite 50gamestoplay.com, wo Besucher konkrete Anregungen fürs eigene Schlafzimmer finden können. Die dahinterliegende Botschaft bringt die Marke in dem begleitenden Kampagnenfilm, der dem Trailer nachempfunden ist, auf den Punkt: "Reality, it's better than fiction."

3.

Trojan: Fifty Shades of Sex-Ninja

Auch Durex-Konkurrent Trojan nimmt den Hype um das Buch mit einem eigenen Online-Video auf. Anders als Durex setzt der amerikanische Kondomhersteller in "50 Shades of Real Pleasure" allerdings vor allem auf Komik, um seine Botschaft zu vermitteln. Diese unterscheidet sich dann letztlich nicht von der Durex-Kampagne.

4.

Chlorox: Schmutzige Phantasien und saubere Wäsche

Sex-Therapeutin Ruth Westheimer gibt Haushaltstipps für das Liebesleben
© Unternehmen
Sex-Therapeutin Ruth Westheimer gibt Haushaltstipps für das Liebesleben
Dass der Valentinstag in diesem Jahr deutlich mehr mit Sex zu tun haben wird als üblich, ist auch Chlorox nicht entgangen. In einer von Ketchum konzipierten PR-Kampagne LaundryForeplay.com hat die US-Waschmittelmarke die Sex-Expertin Ruth Westheimer verpflichtet. Auf der Site erklärt die Therapeutin, welche kreativen Möglichkeiten sich aus der gemeinsamen Hausarbeit für das Liebesleben ergeben können. Von dieser eher ungewöhnlichen Produktprofilierung verspricht sich die Traditionsmarke Chlorox einen Zugang zu jüngeren Zielgruppen, die nur eher geringes Interesse an Waschmitteln haben.

5.

Universal Pictures: Zuhause bei Christian Grey

Auf der Website bietet Universal Pictures erste Einblicke in den Film und seine Enstehung
© Unternehmen
Auf der Website bietet Universal Pictures erste Einblicke in den Film und seine Enstehung
Schon angesichts der Resonanz auf den Filmtrailer und die kontinuierliche Berichterstattung in den Medien hätte sich Universal Pictures eigentlich jede weitere Werbemaßnahmen zu dem Film sparen können. Trotdem bietet das Filmstudio hinter der Verfilmung als Goodie für die Harcore-Fans eine Website christiangreyapartment.com, die einen virtuellen Rundgang durch das Appartment des Millionärs mit der Vorliebe für heiße Sexspiele bietet. Über eine Vielzahl anklickbarer Objekte werden den Besuchern Details und Hintergrundinformationen aus dem Film geboten, die selbstverständlich auch in den sozialen Netzwerken teilbar sind.

6.

Lego: Quadratisch, praktisch, sexy

Letztlich nur ein Hobby-Projekt des Lego-Zeichentrickfilmers Antonio Toscano, ist die Trailer-Parodie "50 Shades of Bricks" beim Youtube-Publikum so erfolgreich, dass der Filmemacher noch einmal öffentlich beteuerte, hier keine Werbung für den Film oder das Spielzeug machen zu wollen. Die Marken dürfte das Video kaum stören: Sowohl der Film wie auch Lego werden dabei höchst unterhaltsam und auch sympathisch in Szene gesetzt.

7.

Boo Ya Pictures: 50 Shades of Buscemi

Wie groß das kulturelle Phänomen "50 Shades of Grey" schon vor dem Filmstart ist, zeigt wohl nichts so gut wie die Trailerparodie des Youtube-Kanals Boo Ya Pictures. Sonderlich glücklich dürfte Universal Pictures über die Neubarbeitung seines Filmtrailers, bei dem Christian Grey durch Charakterdarsteller Steve Buscemi ersetzt wird, kaum sein. Aber das Filmstudio kann sich damit trösten, dass auch diese beim Youtube-Publikum durchaus erfolgreiche Parodie für kostenlose PR zum Filmstart sorgt. cam
stats