Dank 5G kann Noemi Ristau allein Ski fahren
© Vodafone/Youtube
Dank 5G kann Noemi Ristau allein Ski fahren
Eine fast blinde Skifahrerin, die dank 5G-Technologie allein die Piste herunterfährt. Das Vodafone-Experiment soll zu Tränen rühren, doch US-Präsident Donald Trump dürfte es eher wütend machen. Denn Teil des Experiments ist auch einer von Trumps persönlichen Lieblingsfeinden: Huawei. Die von der Mediaagentur Wavemaker konzipierte Social-Media-Kampagne soll direkt nach dem Ende der 5G-Frequenzversteigerung die Marke Vodafone mit dem besonders schnellen Übertragungsstandard verbinden.

Der Auftritt, den Vodafone mit der sehbehinderten paralympischen Sportlerin Noemi Ristau umsetzte, soll demonstrieren, dass der neue 5G-Netzstandard auch Videoströme in Echtzeit übertragen kann. Dazu wagte Ristau erstmals die Abfahrt alleine und erhielt ihre Fahranweisungen per Mobilfunkverbindung. Normalerweise wird sie auf der Piste von einer sehenden Skifahrerin, die ihr in Echtzeit Fahranweisungen gibt, begleitet. Deshalb war es für die Sicherheit der Olmypionikin überlebenswichtig, dass die Verbindung zu Ristaus Leitzentrale stabil und praktisch in Echtzeit funktionierte.


Mit dem Auftritt „Speed Stunts“ in den sozialen Netzwerken bewirbt Vodafone kein konkretes Produkt, da nach der 5G-Versteigerung jetzt erst die konkrete Planung für den Aufbau der Mobilfunknetze beginnt. Vodafone hat bekannt gegeben, dass es bis Ende 2021 20 Millionen Nutzer über 5G erreichen will.

Doch für die Marke beginnt schon jetzt der Kampf, um sich als glaubwürdigster Betreiber für den Aufbau eines Hochgeschwindigkeitsnetze zu positionieren. Da Vodafone ohnehin seine Marke in der Leitkampagne „Gigabit-Zeitalter“ gerne mit dem Hochgeschwindigkeitsattribut Gigaspeed verbindet, liegt eine intensive Kommunikation zu dem Thema besonders nahe.


Die Kampagne zeigt allerdings auch, dass der Eintritt in das 5G-Zeitalter mit einigen wirtschaftspolitischen Unbekannten verbunden sein wird. Denn für die Bildübertragung setzt Ristau das Mate Pro 20 des chinesischen Herstellers und 5G-Dienstleisters Huawei ein.

Huawei steht aber derzeit ganz besonders hoch auf Trumps Feindesliste, da er befürchtet, dass sich die Chinesen als Technologielieferanten beim 5G-Netzausbau eine dominante Stellung zum Schaden der USA verschaffen könnten. Die US-Regierung argumentiert derzeit, dass Huawei die von ihnen verbaute Netzwerktechnologie zu Spionagezwecken einsetzen können und untersagt amerikanischen Firmen derzeit die Zusammenarbeit mit der Firma.

Von Expertenseite ist dagegen unbestritten, dass Huawei als Technologielieferant derzeit unverzichtbar ist und ein Ausbau ohne Mithilfe des chinesischen Unternehmens die Einsatzfähigkeit der 5G-Netze um Jahre verzögern könnte. Dass Huawei nun auch Partner bei den „Speed Stunts“ ist, unterstreicht wie tief die Marke mittlerweile Bestandteil dieser Entwicklung ist. Eine Botschaft, die Präsident Trump kaum gefallen dürfte.

Es wird in den kommenden Monaten spannend sein, zu beobachten, wie schnell sich die nächsten Unternehmen, bei diesem Thema in Position bringen werden. Denn nach der Auktion steht fest, dass neben Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland mit 1&1 Drillisch künftig ein vierter Anbieter um die deutschen Mobilfunkkunden kämpfen wird. cam

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