Shot on iPhone 11 Pro

Ist diese Apple-Museumstour der längste Werbefilm aller Zeiten?

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Über fünf Stunden lang ist der neueste Film aus der "Shot-on-iPhone"-Kampagne
© Apple
Über fünf Stunden lang ist der neueste Film aus der "Shot-on-iPhone"-Kampagne
Im Zuge seiner seit 2015 laufenden Erfolgskampagne "Shot on iPhone" hat sich Apple mit seinen Agenturpartnern schon vieles einfallen lassen: Star-Regisseure wie Michel Gondry, David Leitch und Steven Soderbergh drehten bereits Filme und Spots allein mit dem Smartphone, die Marke setzte mit der Kampagne Zeichen für wichtige gesellschaftliche Themen und schuf so manchen Viralerfolg. Mit dem neuesten Case setzt Apple einmal mehr Maßstäbe - und dreht in einem Take und mit nur einer Akkuladung den vielleicht längsten Werbefilm aller Zeiten.
Die Eremitage im russischen Sankt Petersburg ist eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. In dem Museum sind knapp drei Millionen Objekte zu bewundern, darunter eine der wichtigsten Sammlungen klassischer europäischer Kunst mit mehr als 65.000 Exponaten von Künstlern wie Rembrandt, Rubens, Matisse, Picasso und Leonardo da Vinci. Um die Werke zu bewundern, müssen Kunstinteressierte jetzt nicht mehr ins ferne Russland reisen, sondern können es sich auf der heimischen Couch gemütlich machen und eine mehr als fünfstündige Museumsführung auf ihrem TV oder Mobile Screen anschauen.
Im Auftrag von Apple hat die aufstrebende russische Jungregisseurin Axinya Gog nämlich eine visuelle Museumstour durch die Eremitage gefilmt. Neben den insgesamt 588 gezeigten Kunstwerken in 45 Gallerien wird der Film mit Tanz- und Musik-Performances angereichert, am Ende steht zudem ein 30-minütiges Konzert des Pianisten Kirill Richter. Der Clou: Die gesamten fünf Stunden, 19 Minuten und 28 Sekunden wurden in einem einzigen Take und mit nur einer Akkuladung auf dem iPhone 11 Pro gedreht. Am Ende hatte das Smartphone laut Apple noch 19 Prozent Akkulaufzeit übrig.
Entwickelt wurde das ambitionierte Projekt, das bei den internationalen Kreativfestivals zahlreiche Preise abräumen dürfte, Apples Stammagentur TBWA/Media Arts Lab in London. Wie der Branchendienst Adweek berichtet, wurde der Mammut-Film zwischen Sonntagnacht und Montag gedreht, wenn das Museum geschlossen ist. Demnach habe die gesamte Crew nur ein sechstündiges Fenster zum Drehen gehabt, alles musste also bestens geplant sein und in einem Take vonstatten gehen.
In seiner Machart erinnert der Apple-Film, der einmal mehr die Kameraqualität des iPhone 11 Pro sowie die Videobearbeitungs-Programme der Marke bewirbt, an "Russian Ark" von Alexander Sokurov aus dem Jahr 2002. Der experimentelle Spielfilm wurde ebenfalls komplett in einer ungeschnittenen Aufnahme in der Eremitage gedreht - ist mit einer Laufzeit von 96 Minuten jedoch deutlich kürzer. tt
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