Kunstaktion der Charité

So sähe es aus, wenn ein 3D-Drucker an Parkinson erkrankt

Die Objekte sind am kommenden Wochenende in der Galerie Alte Münze in Berlin zu sehen
© Charité
Die Objekte sind am kommenden Wochenende in der Galerie Alte Münze in Berlin zu sehen
Die Diagnose Parkinson bedeutet für Betroffene in der Regel den Beginn eines langen Leidensweges. Die neurologische Erkrankung ist zwar therapierbar, aber bis heute nicht heilbar. Die Patienten müssen im Verlauf der Krankheit aufgrund der Symptome mit starken Einschränkungen leben. Die Berliner Charité macht nun mit einer Kunstausstellung deutlich, welche Konsequenzen Parkinson für die Betroffenen hat. 
Nach Angaben der Charité leiden weltweit über zehn Millionen Menschen an Parkinson - Tendenz steigend: Die Erkrankung ist die sich am stärksten ausbreitende neurologische Störung weltweit. Die Symptome schränken das Leben der Betroffenen stark ein. Zitteranfälle, Muskelsteifheit und Lähmungen erschweren nicht nur die Ausübung von Arbeit, Sport und Hobbys, sondern auch die Benutzung alltäglicher Gegenstände. 


Um die Krankheit stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, hat die Agentur Innocean Worldwide für die Berliner Charité eine Kunstausstellung konzipiert, die den Besuchern die Auswirkungen der Erkrankung vor Augen führen soll. Parkinson-Patienten wurden gebeten, einen Gegenstand zu benennen, mit dem sie durch die Symptome nicht mehr gut umgehen können. Außerdem wurden die kinetischen und neurologischen Daten der Betroffenen mit EEG-Systemen und Beschleunigungssensoren erfasst. Mit diesen Daten wurde ein 3D-Drucker gefüttert, der das entsprechende Objekt anhand der Tremordaten verzerrt darstellte.

Das Ergebnis ist ebenso beeindruckend wie erschreckend: Die Bronzeobjekte - Alltagsgegenstände wie ein Stift, ein Nussknacker, eine Kettensäge oder ein Paddel - sind zwar als solche gut erkennbar, aber eigenartig deformiert. Die Ausstellungsstücke sind vom 26. bis 28. Juli in der Galerie Alte Münze am Molkenmarkt in Berlin zu sehen und können auf Anfrage auch erworben werden. Die Erlöse kommen der Parkinson-Forschung der Charité in Berlin zugute. 


Begleitet wird die Ausstellung durch eine Dokuserie, in der Parkinson-Patienten über ihre Krankheitsgeschichte sprechen. Die Filme und die Objekte sind außerdem auf der Website Printedbyparkinson.com zu sehen. Die Aktion der Charité Berlin wird unterstützt von Innocean Worldwide, Media Monks, der Berliner Künstleragentur Cosmopola, Christian Meyer Music und der Galerie Alte Münze in Berlin. dh
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