Klimaschutz

Fridays for Future trommelt mit Kinospots für die Europawahlen

Die Berliner Schülerin Lilli Ray spielt die Hauptrolle in einem von vier Kino-Spots
© Youtube / Fridays For Future DE
Die Berliner Schülerin Lilli Ray spielt die Hauptrolle in einem von vier Kino-Spots
Nach dem Vorbild der jungen Schwedin Greta Thunberg gehen seit Monaten bundesweit Schülerinnen und Schüler auf die Straßen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. In Berlin haben nun die Klimaaktivisten von Fridays for Future eine Kinokampagne vorgestellt, mit der sie sich in die Europawahl einmischen wollen. Ihre Botschaft: "Jeder hat eine Wahl, aber nicht jeder darf wählen. Mach die Europawahl zur Klimawahl!"
Ihre wöchentlichen Klimastreiks und bewusster und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen alleine werden die Klimakrise aber nicht aufhalten können, sind sich die Aktivisten sicher. Um den Klimawandel zu stoppen, müsse die Politik national und international verbindliche Regeln zur Reduktion von Treibhausgasen durchsetzen. "Derzeit halten wir uns jedoch nicht einmal an unsere Pflichten für die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius aus dem Pariser Klimaschutzabkommen", schreiben sie auf ihrer Website Fridaysforfuture.de. Bei der letzten Europawahl habe die Wahlbeteiligung in Europa bei lediglich 43 Prozent gelegen. "Wir können nicht zulassen, dass Populismus und Verschwörungstheorien von einer Klimalüge in dieser kritischen Zeit unser Europaparlament lähmen."

Behind the scenes: Kinokampagne von Fridays for Future


Am Montag hatten die Aktivisten ihre komplett pro bono entstandenen Werbespots im Kino Hackesche Höfe in Berlin Mitte präsentiert. Das Besondere an den Videos: Sie wurden in gerade einmal drei Wochen konzipiert und produziert. Die Federführung lag bei dem 24-jährigen Studenten Jan Malvin Brinkmann (Regie), dem freiberuflichen Kameramann Larius Kieninger, 22, (Director of Photography) sowie dem Produzenten Mathias Kissling. Der 34-Jährige studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Berlin und hat dort die Fridays-for-Future-Gruppe aufgebaut. Eine Anfrage eines Berliner Kinos nach einem möglichen Werbevideo der Klimaschutzbewegung hatte ihn auf die Idee für die Spots gebracht, so Kissling gegenüber HORIZONT Online.


Um das Projekt noch zeitig vor der Europawahl am 26. Mai in Deutschland finalisieren zu können, habe er im im vergangenen Monat so viel telefoniert und organisiert, wie in seinem ganzen bisherigen Leben noch nicht, verrät Kissling. Unterstützt wurde seine Gruppe kostenlos von Schauspielern, Kinos und Unternehmen und Kreativen - darunter auch das Team des Berliner Frauen-Start-ups Goalgirls.

Im Wochentakt sollen nun die verbliebenen drei Spots veröffentlicht werden. Diese stellen dann die Themen Lebensmittelverschwendung, emissionsfreie Mobilität und Energiesparen in den Fokus. Zu sehen sind sie im Werbeblock einiger Kinos. Doch die Macher hoffen auf eine flächendeckende Verbreitung in Deutschlands Lichtspielhäusern. Zudem werden die Clips auf Englisch online gestellt und europaweit auf allen Social-Media-Kanälen von "Fridays for Future" geteilt (Twitter, Instagram u.a.). jeb
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