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Burger King und der WhoppHer für Saudi-Arabiens erste Frauen hinterm Steuer

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Bis zum 24. Juli bekommen saudi-arabischwe Kundinnen einen Gratis-WhoppHer am Autoschalter
© Burger King
Bis zum 24. Juli bekommen saudi-arabischwe Kundinnen einen Gratis-WhoppHer am Autoschalter
Ein Gratis-Whopper für die Damenwelt: Mit diesem Geschenk begrüßt Burger King in Saudi-Arabien am Autoschalter alle Frauen, die von ihrer neuen Freiheit am Lenkrad Gebrauch machen. Denn seit dem 24. Juni ist in dem arabischen Königreich das bisher gültige Fahrverbot für Frauen abgeschafft. Jetzt feiert die Fastfoodkette den Anlass mit einer von Grabarz & Partner entwickelten Kampagne. Dabei muss die Marke allerdings hoffen, dass es die Saudis mit dem Namen des Aktions-Burgers nicht ganz so genau nehmen.

Die Promotion gekoppelt mit der Online-Aktivierung soll laut Unternehmen eine simple Botschaft vermitteln. „Gleich welches Alter, welche Herkunft oder welches Geschlecht: Burger King heißt jeden Gast willkommen. Durch den Launch des WhoppHer feiert Burger King die Möglichkeit, jeden Gast – männlich und weiblich – in Saudi-Arabien im Restaurant und endlich auch hinter dem Steuer am Drive-Thru-Schalter begrüßen zu können“, heißt es dazu in der begleitenden Presserklärung. Die dafür gewählte Mechanik ist simpel, aber effektiv: Jede Frau, die dann vom 24. Juni bis 24. Juli in einem Drive-Through in Saudi-Arabien im Auto vorfährt – ob allein, mit Freunden oder der Familie –, erhält einen WhoppHer gratis.

Zentrales Werbemittel der Kampagne ist damit die Verpackung des besonderen Whopper, auf der das eigens kreierte WhoppHer Logo und dessen Untertitel "Celebrating Our Driving Women" auf Arabisch und auch auf Englisch steht. Dazu hat Grabarz für Burger King Global und Burger King Saudi-Arabia ein Online-Video kreiert, das die ersten Autofahrerinnen liebevoll und möglichst konfliktfrei porträtiert. So darf der Ehemann als Beifahrer zwar noch um die Hoheit über den Rückspiegel kämpfen, aber die Frau lässt sich das Lenkrad nicht mehr entreißen. "Das ist jetzt meine Zeit und nicht deine! Der Innenspiegel ist jetzt meiner und das Auto auch!", weist sie ihn lachend zurecht. Insgesamt ist die Promotion geschickt. Denn in dem konservativen Saudi-Arabien müsste Burger-King bei einer flächendeckenden Werbekampagne mit dem Protest chauvinistischer Männer rechnen, die mit der neuen Freiheit der Frauen nicht einverstanden sind. Indem die Promotion direkt an den Drive-Thru-Schaltern stattfindet, erreicht sie direkt die Zielgruppe und dürfte über die Mundpropaganda nicht nur die Markenwahrnehmung verbessern, sondern auch weitere Kundinnen zum Besuch motivieren.

Allerdings ist der Name des Aktions-Burgers mit WhoppHer in sprachlicher Hinsicht schlecht gewählt. Denn die weibliche Variante von Whopper nimmt eine negative Form an, sobald man sie wortwörtlich übersetzt. Da „to whop“ im Englischen „Kraftvoll/energisch schlagen“ bedeutet, lässt sich WhoppHer durchaus auch als Aufforderung „Schlag sie!“ übersetzen. Ein Name, der eher konservativen Saudi-Arabiern in die Hände spielen würde. cam

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