Ghost Whopper

Burger King entdeckt zu Halloween die Toten als neue Zielgruppe

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Zu Halloween ist bei Burger King auch für Geister angerichtet
© Burger King
Zu Halloween ist bei Burger King auch für Geister angerichtet
Halloween naht und Burger King wirbt mit einem ganz besonderen Schauermärchen: In Los Angeles durften die wachhabenden Geister des Alexandria-Hotels über das Medium Riz Mirza den Ghost Whopper verkosten. Das Urteil der verstorbenen Testesser fiel beim Geister-Catering jedoch höchst unterschiedlich aus. Von Ekel bis Begeisterung war alles dabei. Ein Geist erkannte das Produkt gar nicht erst, weil er zu seinen Lebzeiten noch nie einen Burger gesehen hatte. Wer selbst testen will, ob der Erfinder des Ghost Whoppers von allen guten Geistern verlassen war, kann das ab dem 22. Oktober in allen teilnehmenden Restaurants tun.

Geschmacklich unterscheidet sich der Aktions-Burger von dem Standard-Whopper nur durch sein nach Cheddar-Käse schmeckendes Brötchen. Doch mit der von Leadagentur David in Miami kreierten Saisonkampagne hat Burger King den Erlebniswert seines Produkts zweifellos noch einmal deutlich gesteigert.

Im Online-Video ist das Burger-King-Team zu sehen, wie es in Los Angeles freiwillige rekrutiert, um mit dem „Trance-Medium“ Riz Mirza eine Seance im real existierenden Alexandria-Hotel in Los Angeles abzuhalten. Zur Wahl der Location behauptet das Unternehmen: „Das Hotel ist berüchtigt für seinen Phantom-Flügel – der entstand, als in den 1930er Jahren nach mehreren Begegnungen mit Geistern ein ganzer Gebäudeteil abgerissen wurde.“

Diese Werbegeschichte hat mit der Realität allerdings nichts zu tun. Denn der Phantomflügel verdankt seinen Namen mitnichten seiner besonders hohen Geisterdichte, sondern einem Interessenstreit zwischen dem Besitzer des Grundstücks und den Betreibern des Hotels. Der Geschäftsmann William Chick hatte auf dem anliegenden Grundstück zum Alexandria-Hotel einen eigenen Gebäudeflügel erbauen lassen, der direkt in das Hotel integriert war. Als sich die beiden Parteien zerstritten, ließen die Hotelbetreiber einfach alle Zugänge zu dem angrenzenden Flügel zumauern und machten den Phantomflügel für Menschen unbewohnbar.

Völlig frei von grusligen Momenten ist das Hotel allerdings nicht. So diente es in David Finchers Thriller-Klassiker „Sieben“ als Kulisse für die Wohnung des Serienmörders John Doe. Und Stummfilm-Star Rudolf Valentino, der zu Lebzeiten das Hotel gerne frequentierte, soll auch nach seinem Ableben noch nicht ausgezogen sein. Ob Valentino unter den Whopper-Testessern der Seance war, wollte Burger King nicht verraten.

Klaus Schmäing, Director Marketing bei Burger King Deutschland, will das Thema Geister-Catering ohnehin nicht ernster nehmen als nötig: „Egal ob wir glauben, dass Mirza den Kollegen in den USA dabei helfen konnte, Geistern einen Burger zu servieren oder nicht, so hat letztlich einer ganz sicher die Chance gehabt, den Ghost Whopper zu probieren. Dieses besondere Geschmackserlebnis wollen wir unseren Gästen in Deutschland natürlich nicht vorenthalten.“

Denn unstrittig ist, dass Burger King mittlerweile die Kunst perfektioniert hat, über PR-trächtige Ideen die öffentliche Aufmerksamkeit auf ihr saisonales Marketing zu ziehen und so Halloween zu einer besonders umsatzstarken Jahreszeit für ihre Franchisenehmer zu machen. cam

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