Deep-Fake-Video

Wieso Donald Trump das Ende von AIDS verkündet

Dieses Video von Donald Trump ist nicht ganz echt.
© Solidarité Sida, Youtube
Dieses Video von Donald Trump ist nicht ganz echt.
Die französische Organisation Solidarité SIDA - international besser bekannt als AIDS Solidarity - hat eine neue Social-Media-Kampagne gestartet. Ihr Inhalt: Der amerikanische Präsident gibt bekannt, die Welt sei nun von AIDS befreit. Damit verleiht die NGO Fake News auf kreative Weise einen ungewohnt positiven Anstrich.
Anlass für das über soziale Netzwerke verbreitete Video der Solidarité SIDA ist die "Global Fund's Sixth Replenishment Conference" am 10. Oktober in Lyon, bei der Politiker aller Weltnationen bekannt geben, wie viel ihr Land künftig in die Bekämpfung von AIDS und anderen Infektionskrankheiten wie Malaria und Tuberkulose investieren wird. Das erklärte Ziel der Solidarité SIDA ist es, für künftige Generationen eine Welt ohne AIDS zu schaffen.


Um die Aufmerksamkeit für die Verantwortung internationaler Führungskräfte in diesem Anliegen zu schärfen, brachte die NGO nun ein sogenanntes "Deep Fake Video" in Umlauf. In dem 30-sekündigen Youtube-Video ist Donald Trump zu sehen, der vermeintlich verkündet, AIDS sei endlich für immer besiegt. Tatsächlich wurden die Worte dem amerikanischen Präsidenten mithilfe einer Montage von der französischen Werbeagentur La Chose in den Mund gelegt.

Damit wolle man die breite Öffentlichkeit über die am Donnerstag in Lyon stattfindende Konferenz und das Thema als solches informieren und zudem die Vorherrschaft der beiden größten Spender des Global Funds, Frankreich und die USA, in Frage stellen. Die Fake News von einer AIDS-freien Welt sei somit genau das, was sich die NGO tatsächlich als mittelfristige Realität wünsche und damit - anders als sonst bei gefäschten Nachrichten meist der Fall - positiv besetzt.


"Wenn ausreichend hohe Beträge in die Hand genommen werden, gibt es eine Chance, neue Fälle von HIV innerhalb der nächsten zehn Jahre zu stoppen", so die Solidarité SIDA. Bislang werde jedoch für alle bereits von HIV Betroffenen und jene, die sich künftig mit dem Virus anstecken könnten, nicht genügend getan. Das müsse sich ändern, damit 16 Millionen Leben bis 2022 gerettet werden könnten.

Die "The Deep Fake News Campaign" ist die erste Werbekampagne der NGO dieser Art und Teil der "Treatment4all"-Kampagne. Unter dem entsprechenden Hashtag wurden bereits zahlreiche Videos mit Aktionen der Solidarité SIDA verbreitet sowie eine eigene Homepage ins Leben gerufen. Dort ruft die Organisation dazu auf, den Antrag an die Politiker zu unterschreiben ("sign"), diese via Twitter über einen vorgefertigten Tweet direkt zum Handeln aufzurufen ("call") und die Kampagne über soziale Netzwerke weiter zu verbreiten ("relay"). hmb
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