Klaas Heufer-Umlauf ist einer der Unterstützer der "Stimme für Vernunft"-Kampagne der SPD
Mit Promi-Power zum Wahlerfolg: Wenige Tage vor der
Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin hat die SPD einen Spot via Social Media veröffentlicht, in dem Joko und Klaas, Oliver Kalkofe, die Musiker von The Bosshoss sowie Schauspieler Clemens Schick klare Kante gegen Rechtspopulisten zeigen - indem sie Witze über Fremdenfeindlichkeit und Gewalt erzählen, die eigentlich keine sind.
SPD - Willst du das Berlin? - Meine Stimme für Vernunft
"Kennste den? Sagt die eine: Wollt
ihr Frauen mit Kindern auf der grünen Wiese den Zutritt mit Waffengewalt verhindern? Sagt die andere: Ja!" So geht der "Witz", den TV-Moderator Joko Winterscheidt in dem zweiminütigen Werbespot der SPD Berlin auf einer Parkbank in die Kamera erzählt - und der beispielhaft für die Auftritte der anderen Prominenten in den Clip steht. Klaas Heufer-Umlauf nimmt sich der Homo-Ehe an, Alec Völkel und Sascha Vollmer von The Bosshoss dem Wunsch nach Schließung der deutschen Grenzen beziehungsweise dem deutschen Waffenrecht.
Dass dem Zuschauer während der einzelnen Vorträge der Testimonials das Lachen im Halse stecken bleibt, ist von der SPD natürlich beabsichtigt. Am Ende des Spots verrät die Partei: "Das sind leider keine Witze. Das sind unveränderte Originalzitate von Politikern einer Partei, die in Berlin mitregieren möchte" und stellt schließlich die Frage: "Willst du das, Berlin?"
Der ungewöhnliche Spot ist Teil der Kampagne
"Meine Stimme für Vernunft" und laut Angaben der SPD ohne Zutun einer Werbeagentur entstanden. Vielmehr sei das Video auf Wunsch der auftretenden Werbebotschafter entstanden, die die Kampagne unterstützen, wie
Rainer Vogt, Leiter der Initiative im SPD-Parteivorstand, gegenüber HORIZONT Online zu Protokoll gibt:
"Mit 'Stimme für Vernunft' geht es uns nicht darum, Werbung für einzelne Wahlkampfinhalte der SPD zu machen - sondern für den Zusammenhalt der Gesellschaft gegen rechten Populismus."
Mit der Aussage richtet sich Vogt indirekt auch gegen all jene, die der SPD auf Facebook vorwerfen, die sozialdemokratische Partei mache sich lieber über die AfD lustig, als eigene Programmpunkte der Senatswahl in Berlin hervorzuheben (siehe unten).
SPD Berlin
Dennoch ist der Zeitpunkt - vier Tage vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin - strategisch gewählt, um Berlins SPD-Bürgermeister Michael Müller auf den letzten Metern gegen die
in Umfragen zulegende AfD zu stärken. Unter dem Hashtag #Berlinbleibtweltoffen fordert die Partei in den sozialen Netzwerken zudem die Menschen auf, am 18. September in der Hauptstadt wählen zu gehen.
Die übrigen Kampagnenmaßnahmen zum Wahlkampf der SPD in Berlin wurden von Butter entwickelt. Dabei setzte die Kreativagentur auf mehreren Plakatmotiven ebenfalls ein Zeichen gegen Populismus, Terrorismus und Hetze und plädierte für weltoffene Toleranz und sozialen Zusammenhalt. tt