Rekrutierungskampagne

Neuseeländische Polizei geht mit "Homeless Boy" auf Personalfang

Die Passantin ignoriert den hungernden Jungen
© Screenshot Youtube / 9news channel
Die Passantin ignoriert den hungernden Jungen
Ein hungriger Junge wühlt in öffentlichen Mülleimern nach Essen. Und hunderte Passanten ignorieren ihn. Mit einem traurigen Video geht die neuseeländische Polizei auf die Suche nach neuem Personal. In ihrer Rekrutierungskampagne fragt sie die Zuschauer: "Do you care enough to be a cop?"
Soziale Experimente sind im Netz beliebt und avancieren oftmals zum Viral-Hit. Die neuseeländische Polizei hat nun ebenfalls ein solches Video online gestellt und erhofft sich auf diesem Wege neues Personal. In dem Clip sucht der Schauspieler - ein blasser, dreckverschmierter Junge - auf den Straßen von Auckland nach Essen. 35 Minuten lang hat die Polizei gefilmt und dabei nach eigenen Angaben etwa 500 Passanten eingefangen, die die Chance gehabt hätten zu helfen. Das Video, das auf Facebook fast eine halbe Million mal angeschaut wurde, zeigt lediglich eine einzige Situation, in der der Junge Hilfe angeboten bekam. Die meisten Passanten, deren Gesichter nachträglich unkenntlich gemacht wurden, ignorierten das Geschehen. Einer machte gar ein Foto von dem Jungen mit seinem Smartphone.


Das Video namens "Homeless Boy" ist Teil einer Serie, in der verschiedene Aspekte der Polizeiarbeit thematisiert werden. In einem anderen Video filmte die Polizei etwa einen Schauspieler, der auf offener Straße kollabierte. Auch hier griffen die meisten Personen nicht ein. "Wenn Sie sagen, Sie wären stehen geblieben, dann sind Sie vielleicht die Person nach der wir suchen", sagte die Chef-Sprecherin der neuseeländischen Polizei dem "Guardian".

Die Kampagne erinnert stark an den berührenden Viral-Hit von SOS Children's Villages aus Norwegen, in dem ein frierender Junge ohne Jacke allein an einer Bushaltestelle sitzt. In dem zwei Jahre alten Clip ging es zwar um Spenden für syrische Flüchtlingskinder und nicht um neues Personal, die Videos ähneln sich jedoch in ihrer Machart.



Übrigens machte die neuseeländische Polizei wenige Tage nach der Veröffentlichung von "Homeless Boy" klar, dass doch mehr Passanten Hilfe anboten, als der Clip suggerierte. Drei Gruppen (insgesamt sieben Personen) sowie drei einzelne Fußgänger, die den Jungen ansprachen, wurden im ursprünglichen Clip ausgespart. Die Polizei feierte sie später in einem seperaten Video als Helden. Vielleicht wird aus ihnen ja noch ein Polizist. ron 

Hungry boy - heroes

35 mins of filming, around 500 people had a chance to see the hungry boy and only a few people helped. In the original video we focused on one incredible group who cared. Now it's time to acknowledge a few others who did the same. #icareenough

Posted by NZ Police Recruitment on Dienstag, 22. März 2016


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