Olympische Spiele

Weshalb Alibaba bei seiner Kampagne auf einen "Cool Runnings"-Moment hofft

Alibaba verschafft den kenianischen Eishockey-Spielern ein Ticket für Olympia
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Alibaba verschafft den kenianischen Eishockey-Spielern ein Ticket für Olympia
Eishockey im sonnigen Kenia? Was für andere nicht mehr als eine exzentrische Idee ist, möchte Alibaba zu einer klassischen Olympiageschichte im Stil von „Cool Runnings“ machen. Ähnlich wie es 1988 das jamaikanische Bob-Team gegen alle Erwartungen zu den Olympischen Winterspielen nach Calgary schaffte, sollen zumindest fünf Mitglieder der einzigen Eishockey-Mannschaft Kenias im südkoreanischen Pyeongchang zum ersten Mal in ihrem Leben echten Schnee erleben können.

Die Aktion ist Teil der Olympia-Kampagne unter dem Claim “To the Greatness of Small”, mit der der chinesische E-Commerce-Riese und offizielle Sponsor die Winterspiele in Südkorea begleitet. Der Auftritt, der seit 1. Februar läuft, ist die erste Markenkampagne in der Geschichte des Unternehmens und läuft in China, Südkorea, USA, Großbritannien und Japan auf Plakaten, Social Media und im Fall von China auch in TV.


Die Kampagne, die die Underdogs im Sport und im Wirtschaftsleben feiert, soll den Bogen zwischen Alibabas eigener Unternehmensgeschichte und der olympischen Idee schlagen, sagt CMO Chris Tung: „Unsere Kampagne erzählt die Geschichte, für die Alibaba schon vom ersten Tag an gestanden hat: Nämlich den kleinen Mann zu unterstützen und unsere Technologie einzusetzen, um dem Underdog auf dem globalen Marktplatz zum Erfolg zu verhelfen. Dieser Ansatz hat sehr viel gemeinsam mit den Olympischen Spielen. Zu den Spielen kommt jeder Athlet als Gleicher unter Gleichen und hat die Chance auf dieser Weltbühne zu konkurrieren und zu gewinnen.“

Um diese Botschaft zu verbreiten, entwickelt Alibaba Content für die sozialen Netzwerke wie die Geschichte rund um die kenianische Eishockey-Mannschaft, die trotz ihres regionalen Handikaps von den Olympischen Spielen träumt. Anders als im Fall der jamaikanischen Bob-Fahrer sind die afrikanischen Eishockey-Spieler  zwar noch weit von einer tatsächlichen Olympia-Qualifikation entfernt. Aber Alibaba ermöglicht fünf Teammitgliedern die Reise nach Pyeongchang und unterstützt das Team mit Ausrüstung und Trainingsmöglichkeiten.


Ein weiteres Social-Media-Video erzählt die Geschichte des australischen Ruderers Henry „Bobby“Pearce. Pearce opferte während der Olympischen Spiele in Amsterdam 1928 seinen Vorsprung, um eine Entenfamilie an seinem Ruderboot vorbeischwimmen zu lassen, und gewann am Ende trotzdem Gold.

Für Alibaba ist die auf zehn Jahre angelegte Partnerschaft mit dem IOC eine wichtige Plattform, um die für die weitere globale Expansion nötige Markenkraft aufzubauen. Tung: “Der wahre Wert liegt in der Möglichkeit Alibabas Technologie und Innovationskraft einen globalen Publikum präsentieren zu können. Über diese Partnerschaft und unsere Mitarbeit bei der Transformation der Olympischen Spiele werden wir den kleinen und mittleren Unternehmen, den Start-Ups und größeren Konzernen in der ganzen Welt zeigen, wie die Alibaba Cloud ihnen bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäfte helfen kann.“

Was Tung in seinen Statements zum Olympischen Engagement nicht näher erläutert, ist die Tatsache, dass der Händler bei seiner weiteren Expansion gegen die Wahrnehmung kämpfen muss, vor allem eine Plattform für den Handel in China zu sein. Alibaba pflegt zwar intensive Kontakte mit globalen Marken-Herstellern  und Agentur-Networks, aber besonders in westlichen Ländern schlägt der Plattform immer noch große Skepsis entgegen.

Deshalb beschränkt sich Alibaba nicht nur auf die Rolle des IOC-Sponsors, sondern will den Sportverband auch aktiv bei der digitalen Transformation unterstützen. Spätestens bei den Spielen 2022 in Peking soll die digitalisierte Form der Spiele erlebbar sein. Aber schon Pyeongchang können die Besucher in Alibabas Olympic Showcase erleben, wie sich der E-Commerce-Händler die Abwicklung von sportlichen Großveranstaltungen in Zukunft vorstellt. cam

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