Gender Equality

Der eindringliche Appell von Procter & Gamble

Gleichungen, so Procter & Gamble im Film, sei es egal, wer sie löst
© P&G
Gleichungen, so Procter & Gamble im Film, sei es egal, wer sie löst
Mit seinen Marken Always, Ariel und Secret hat Procter & Gamble (P&G) in den vergangenen Jahren mehrfach große Plädoyers für Geschlechter-Gleichheit gehalten, doch nach Ansicht von Marketingchef Marc Pritchard reicht das noch nicht aus. Im Vorfeld des Weltfrauentags am 8. März launcht der Konsumgüterriese nun seine digitale Dachmarkenkampagne #WeSeeEqual - und setzt dabei nicht ganz zufällig auf eine Agentur, die in Cannes 2016 mit dem Gender-Thema für viel Furore gesorgt hat.
Mit ihrer Kampagne #WomenNotObjects erlangte die New Yorker Agentur Badger & Winters bereits im Winter des vergangenen Jahres große Aufmerksamkeit: In einem zweieinhalbminütigen Online-Clip zeigen die Kreativen um CCO Madonna Badger und Agenturchef Jim Winters sexistische Werbemotive großer Marken (unter anderem Burger King, Skyy Vodka, Post-It) und sprechen darin das aus, was die Anzeigen suggerieren, würde man sie wörtlich verstehen. Bei den Cannes Lions im Juni 2016 sorgte Badger mit einer emotionalen Rede dann nochmals für Furore und geriet so in den Fokus der internationalen Kreativwirtschaft. Auch in den von Marc Pritchard. Der Marketingchef des weltweitgrößten Werbungtreibenden Procter & Gamble wurde (erneut) auf das Agenturteam aufmerksam, das in der Vergangenheit bereits für einige P&G-Marken tätig war. Gemeinsam setzten der Konsumgüterriese und Badger & Winters nun eine Kampagne um, mit der das Unternehmen eindringlich auf die nach wie vor existente Gender-Equality-Problematik hinweist. In dem 100-sekündigen Film, unterlegt mit dem 25 Jahre alten Kultsong "What's Up" der Band 4 Non Blondes, wird emotionales Videomaterial aus dem Internet mit Szenen aus den Kampagnen von Always und Secret zusammengeschnitten.



Dazu texten Agentur und Kunde Taglines wie "Butts don't care who kick them," "Diapers don't care who change them", "Hugs don't care who give them" und "Households don't care who head them." Der Film läuft im Vorfeld des Internationalen Weltfrauentags am 8. März online bei Youtube, Facebook und Instagram. Dem US-Fachmagazin "AdAge" sagte Pritchard, eine spätere Übertragung ins TV sei aber nicht ausgeschlossen. Eigenen Angaben zufolge sind bei Procter & Gamble derzeit 45 Prozent der Manager und ein Drittel des Vorstands Frauen - der Konzern sieht aber weiteren Nachholbedarf. fam
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