Zuversicht

"Messen sind das beste Konjunkturprogramm"

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Die Trendset wird im Juli als Pilotveranstaltung mit einem unfassenden Hygienekonzept stattfinden.
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Die Trendset wird im Juli als Pilotveranstaltung mit einem unfassenden Hygienekonzept stattfinden.
Spätestens ab dem 1. September 2021 sollen im Freistaat Bayern wieder Messeveranstaltungen möglich sein.

Dieser Termin ist ein wichtiges Signal. Denn für die Messe IAA Mobility (7. bis 12. September) stecke das Vertriebsteam „noch im Prozess“, gab Münchens Messechef Klaus Dittrich zu, bislang habe vielen Ausstellern die Planungssicherheit gefehlt. Dass die IAA Mobility das große Potenzial hat, zum Leuchtturm zu werden für das Wiederanfahren von Messen, ist für viele ohne Zweifel. Im Rahmen einer hybriden Pressekonferenz in München stellte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger deshalb die Bedeutung der Messen heraus: „Sie sind das beste Konjunkturprogramm und werden dringend benötigt. Der Neustart des Messegeschäfts kann entscheidend dazu beitragen, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in vielen Branchen zu überwinden. Deshalb ist es wichtig, Messeveranstaltern, Ausstellern und Besuchern jetzt Planungssicherheit für eine erfolgreiche Wiederaufnahme des Messebetriebs zu geben.“ Sonst sehe er „Gefahr im Verzug“ für die Wirtschaft.


Insbesondere von den zahlreichen Branchen, die direkt von den Messen abhängig sind, wird der Re-Start lang ersehnt: Es sei der Tag, auf den die Messegesellschaften hingearbeitet hätten. „Die Erleichterung darüber ist in ganz Nürnberg zu spüren – in der Hotellerie, Gastronomie und im Einzelhandel! Viele Betriebe haben in den letzten 16 Monaten substanziell gelitten. Denn Messen und Kongresse sorgen für Kaufkrafteffekte in Höhe von einer Milliarde Euro allein in der Metropolregion Nürnberg“, sagte Peter Ottmann, CEO Nürnbergmesse Group, auf der Pressekonferenz.
„Messen werden ihren Stellenwert im Marketingmix erhalten, wenn nicht gar ausbauen.“
Klaus Dittrich, CEO Messe München
Unisono betonten die beiden Messechefs, ab 1. September wieder an das Leistungsversprechen anzuknüpfen, das vor der Corona-Krise galt. Deutschland war der wichtigste Messeplatz der Welt – und das soll er auch wieder werden, finden doch in China etwa schon seit einem Jahr wieder Messen statt. Der zwölfmonatige Rückstand solle aufgeholt werden. „Die Chancen sind da“, zeigten sich Dittrich und Ottmann einig. Ebenso einig ihre Einschätzung in Sachen digitale Angebote und Formate. Peter Ottmann: „Wenn die Konzepte stimmen, werden Messen neue Hochzeiten feiern.“ Klaus Dittrich überzeugt: „Messen werden ihren Stellenwert im Marketingmix erhalten, wenn nicht gar ausbauen“ – wohl wissend, dass schon das Wiederanfahren von Messen alles andere als trivial ist. Das hat mit Reisebeschränkungen zu tun, aber auch mit Fachkräfte- und unter Umständen Rohstoffmangel im Messebau. „Aussteller und Besucher sind nach 16 monatiger Pause ausgehungert, wollen Begegnung und Neugeschäft. Das Thema Neugeschäft funktioniert im Direktkontakt einfach besser“, so das Fazit des Nürnbergmesse-CEO nach vielen digitalen Veranstaltungen, die ihre ganz eigenen Stärken haben. „Die Transformation hätten wir schon vor Jahren einleiten müssen“, gab er zu. Messe-München-Kollege Dittrich ergänzte, bei einzelnen Messethemen schon vor zehn Jahren erste Schritte gegangen zu sein, ab sofort würden alle Messen als Hybridveranstaltungen umgesetzt. „Wir haben in der Zeit des Lockdowns gelernt, dass unsere Veranstaltungen nur in Kombination mit digitalen Formaten eine Zukunft haben“.

Die Trendset (10. bis 12. Juli) in München wird als Pilotveranstaltung stattfinden. Die Verantwortlichen kalkulieren mit 12.000 Besuchern für die internationale Fachmesse für Interiors, Inspiration und Lifestyle. Dort wird erstmalig das umfassende Hygiene- und Infektionsschutzkonzept umgesetzt, ehe im Herbst weitere Veranstaltungen stattfinden. Zu diesem Konzept gehören gut belüftete Messehallen, die 3-G-Strategie, das Einhalten der AHA-L-Regeln, eine luftige Aufplanung, Testangebote, Nachverfolgung sowie professionelle Service-Dienstleister bei Reinigung und Management von Besucherströmen. Im Nachgang soll das Konzept in Abstimmung mit den zuständigen Behörden weiter optimiert und entsprechend angepasst werden. 3-G-Strategie bedeutet: Zutritt zum Messegelände erhalten ausschließlich Personen, die nachweislich geimpft, genesen oder getestet sind.

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