Re-Start

Acht Bausteine für sichere Messen

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Die deutschen Messen haben ein Leistungspaket aus acht Bausteinen definiert, das einen sicheren Re-Start ermöglicht.
© Messe Düsseldorf / CTillmann
Die deutschen Messen haben ein Leistungspaket aus acht Bausteinen definiert, das einen sicheren Re-Start ermöglicht.
Die Business-Plattform Messe soll spätestens ab Sommer wieder für Geschäft sorgen. „Deshalb muss jetzt entschieden werden“, sagt Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Messewirtschaft Auma im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenz.
 Am 22. März wollen die Länderchefinnen und -Chefs mit der Bundeskanzlerin über weitere Öffnungsschritte und die Perspektive für die Branchen  Gastronomie, Kultur, Veranstaltungen, Reisen und Hotels beschließen.

Die deutschen Messen haben jetzt, basierend auf den Erfahrungen aus dem Herbst 2020 – in einem kurzen Zeitfenster waren Messen erlaubt –, ein Leistungspaket aus acht Bausteinen definiert, das einen sicheren Re-Start ermöglicht. Dazu gehören die systematische Überprüfung der Einhaltung von Abstandsregeln und Maskenpflicht ebenso wie die vorübergehende Begrenzung der Besucherzahl entsprechend der genutzten Fläche und die Sicherung der Kontaktnachverfolgung.
„„Vor dem Hintergrund erweiterter Testmöglichkeiten und stetig zunehmender Impfquote müssen Bund und Länder auch für Branchen mit langen Vorlaufzeiten Planungssicherheit geben, um wieder mehr Geschäftschancen für Unternehmen zu schaffen.““
Jörn Holtmeier, Auma, Geschäftsführer
Holtmeier: „Jetzt fehlt nur noch die Entscheidung der Politik, Messen auf dieser Basis wieder grundsätzlich zuzulassen, denn der Stillstand der Branche dauert jetzt mit kurzer Unterbrechung genau ein Jahr mit schwerwiegenden Folgen für die gesamte Wirtschaft.“ Es gehe nicht darum, dass am 23. März wieder Messen stattfinden sollen. Das ist aufgrund der Vorlaufzeiten bei der Messeplanung ohnehin nicht möglich. Der Auma-Geschäftsführer: „Bund und Länder müssen die Business-Plattform Messe wieder als eigene Kategorie betrachten und jetzt im Rahmen ihrer Beschlüsse wieder zulassen. Nur dann können die Unternehmen spätestens ab Sommer wieder ihre Marktplätze nutzen.“

Mehr als 35 Messen sind seit der letzten Ministerpräsidenten-Konferenz am 3. März abgesagt worden, die Absagen ziehen sich mittlerweile bis Ende Mai. Selbst für Messen im dritten Quartal treffen Veranstalter und ausstellende Unternehmen schon Entscheidungen.

Jörn Holtmeier: „Vor dem Hintergrund erweiterter Testmöglichkeiten und stetig zunehmender Impfquote müssen Bund und Länder auch für Branchen mit langen Vorlaufzeiten Planungssicherheit geben, um wieder mehr Geschäftschancen für Unternehmen zu schaffen.“ Messen seien als Branchenmarktplätze und als Innovations- und Kooperationsplattformen ein wichtiger Faktor für die kurz- und mittelfristige Erholung der deutschen Wirtschaft. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen brauchen vor allem auch ihre regionalen und nationalen Messen als Absatz- und Vertriebsplattform. Über 50 Prozent der ausstellenden Unternehmen haben bisher messbare wirtschaftliche Einbußen durch die Absage von Messen erlitten. Die Messeveranstalter und ihre Dienstleister hatten 2020 Umsatzrückgänge von über 70 Prozent zu verzeichnen.

Der Verband der Messewirtschaft fordert daher die politischen Entscheidungsträger auf, zeitnah die Wiederöffnung der Messen zu ermöglichen und dabei auf den bewährten Vorgaben aus dem Jahr 2020 aufbauen. Die Messewirtschaft verfügt über ganzheitliche Gesundheitsschutz-Konzepte, die behördlich genehmigt, erprobt und abgestimmt sind und sofort wieder umgesetzt werden können.
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