Pfade in die Zukunft

Gipfeltreffen als Anti-Depressivum

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„Pfade in die Zukunft“ wurde vom RheinMain CongressCenter in Wiesbaden aus gestreamt.
© Peter Krausgrill
„Pfade in die Zukunft“ wurde vom RheinMain CongressCenter in Wiesbaden aus gestreamt.
„Pfade in die Zukunft“ war das Thema eines Gipfeltreffens für die Veranstaltungsbranche (11. und 12. Februar) im RheinMain CongressCenter in Wiesbaden. Mehr als 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten live vor ihren Geräten ein inhaltlich breit gefächertes Programm in insgesamt elf Themen-Panels.

Krisenreaktionen, Sicherheits- und Hygienekonzepte, digitale Perspektiven, Streamings und Studios wurden zwei Tage lang diskutiert, so unter anderem mit Blick in die Zukunft von IAA Mobility und Frankfurter Buchmesse als wichtigen Leit-Veranstaltungen. Die Idee und Motivation hinter dem Gipfeltreffen: In dieser Phase des immer noch andauernden Lockdowns will die Wiesbaden Congress & Marketing ein Zeichen setzen. Das Ansinnen war, gemeinsam über den Re-Start der Veranstaltungsbranche nachzudenken und voneinander zu lernen, wo sonst der Wettbewerb dominiert. Für Oliver Franz, Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent der Stadt Wiesbaden, gehören „Veranstaltungen zur DNA unserer Stadt und sind Kern des Stadtmarketings.“ Für ihn geht von diesem Gipfeltreffen Pfade in die Zukunft, das spartenübergreifend die Gemeinsamkeiten von Kulturschaffenden, Messe- und Bühnenbauern, Konzertagenturen und Kongressorganisatoren darstellte „ein Impuls für die gesamte Branche aus.“

„Es braucht dringend wieder Treffpunkte und Anlässe, Ideen auszutauschen, um der Polarisierung der Gesellschaft entgegenzuwirken.“
Stephan Grünewald, Psychologe und Marktforscher des Rheingold-institut
Über allem steht die Erkenntnis, dass die Pandemie-Krise eine Anpassung und Neuausrichtung der Veranstaltungsformate mit sich bringt. Die Attraktivität etwa von Kongressen wird künftig weniger von der Besucherzahl bestimmt sein als von Begegnungsmomenten und Begegnungstiefe der Teilnehmenden. Die Terminfindung und Ausrichtung der Veranstaltung richtet sich zukünftig mehr nach den Bedürfnissen der Community. Standortfaktoren der Destinationen und Kongresshäuser, wie Lage, Attraktivität oder Wohlfühlatmosphäre erleben eine Wiederbelebung, rücken in den Fokus, bieten einen merklichen Unterschied zum digitalen Treffen.
An die Stelle der Effizienz wird die Effektivität treten, die Innovation, Inspiration und die Intensität der Erfahrung. Kreativität, Agilität und Flexibilität sind gefragt, wenn es um die Ausgestaltung digitaler Begegnungen geht. Innovative Veranstaltungsformate, die seit Jahren Frontalvorträge ablösen, werden noch einmal neu definiert und müssen ins Digitale übertragen werden. Kongresse und Veranstaltungen werden auf unterschiedlichen Medien zeitgleich stattfinden, ja sogar parallel in unterschiedlichen Städten. So wird ein Kongress zentral in einer Stadt organisiert, die begleitenden Workshops oder Vorträge finden parallel an unterschiedlichen Standorten statt und werden dazu noch digital übertragen.
Pfade in die Zukunft
...  war das Thema des Gipfeltreffens für die Veranstaltungsbranche (11. und 12. Februar) im RheinMain CongressCenter in Wiesbaden. Mehr als 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten live vor ihren Geräten ein inhaltlich breit gefächertes Programm in insgesamt elf Themen-Panels, für die Wiesbaden Congress & Marketing über 35 hochkarätige Speaker aufgeboten hatte, unter ihnen Li Edelkoort (Paris), eine der renommiertesten Zeitgeist-Analytikerinnen.
Die beteiligten Referenten sind sich einig: Die Digitalisierung kann den persönlichen Austausch nicht ersetzen, aber sie kann helfen, um miteinander in Kontakt zu bleiben. Es wird eine Co-Existenz geben: physische und digitale Interaktion wechseln sich ab und ergänzen sich gegenseitig. Für die Zeit nach der Corona-Krise muss sich in der Veranstaltungsbranche ein neues Gleichgewicht aus persönlicher Präsenz und digitaler Distanz einstellen und finden. Deutschland dürfe nicht zu einem 'Land der Dichtmacher und Querdenker‘ werden, warnte Stephan Grünewald, Psychologe und Marktforscher des Rheingold-institut: „Es braucht dringend wieder Treffpunkte und Anlässe, Ideen auszutauschen, um der Polarisierung der Gesellschaft entgegenzuwirken.“

Programmkurator Helmut M. Bien äußerst sich hochzufrieden: „Wir hatten die Influencer der Branche im Stream und hoffen, dass die Veranstaltung als Anti-Depressivum wirkt."
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