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Die Pandemie hat der Nürnbergmesse einen dicken Strich durch ihre Planungen für das Jahr 2020 gemacht.
© Nürnbergmesse
Die Pandemie hat der Nürnbergmesse einen dicken Strich durch ihre Planungen für das Jahr 2020 gemacht.
Einen Umsatzrückgang auf rund 115 Millionen Euro, um zwei Drittel gegenüber den Planungen 2020, führen bei der Nürnbergmesse  zu einem Jahresfehlbetrag in der Größenordnung von 50-60 Millionen Euro. Von den 86 weltweit geplanten Messen mussten 65 abgesagt oder verschoben werden. Im Vergleichsjahr 2018 hatte die Unternehmensgruppe einen Umsatz von 315,1 Millionen Euro erzielt und ein Plus von 28 Millionen Euro geschrieben. Roland Fleck, CEO der Nürnbergmesse Group: „Mit Hilfe von Kurzarbeit, der Verschiebung von Großinvestitionen auf dem Messegelände und der Reduzierung von Sachkosten erhalten wir die entscheidende Liquidität für unser Unternehmen“. Gleichzeitig galt es, digital „den Turbo“ anzuschalten. „Beim Aufbau digitaler Plattformen haben wir viel Know-how aufgebaut und sind damit in der Krise über uns hinausgewachsen“, so CEO Peter Ottmann. „Die neuen, digitalen Formate sind für unsere Kunden wichtige Brücken und sinnvolle Ergänzungen.“
Die Ausgangslage für die Messebranche bleibt auch 2021 unverändert abhängig vom Infektionsgeschehen. Die Nürnbergmesse plant ihre Messen und Kongresse bis zum Sommer als hybride Veranstaltungen mit digitalen Erweiterungen. Rein digital finden im ersten Quartal 2021 die Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, Biofach, und die Vivaness als eSpecial vom 17. bis 19. Februar sowie die internationale Leitmesse für eingebettete Systeme Embedded World vom 1. bis 5. März statt. Parallel hierzu setzt die Nürnbergmesse ihren Weg der Internationalisierung fort. So wächst die Biofach World um ein weiteres Mitglied: Die Biofach Saudi Arabia legt im November 2021 ihren Fokus auf den arabischen und nordafrikanischen Raum und behandelt die Themen Wasserknappheit und die Nutzung von Düngemitteln. In Europa erhält das Portfolio der Tochtergesellschaft in Italien eine zweite Eigenveranstaltung: Die Tochtergesellschaft entwickelt aktuell eine neue Veranstaltung rund um nicht-klassische Beherbergungsformen wie zum Beispiel Airbnb. Sie findet am 5. und 6. November 2021 in Mailand statt.
Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Funktion der fränkischen Messegesellschaft als Wirtschaftsmotor für die Region massiv beeinträchtigt. Denn als Messegesellschaft mit den Hauptgesellschaftern Freistaat Bayern und Stadt Nürnberg ist sie Wirtschaftsförderinstrument. So ergaben aktuelle Berechnungen des Ifo-Instituts, dass durch den Ausfall und die Verschiebung zahlreicher Messen und Kongresse in Nürnberg im vergangenen Jahr in ganz Deutschland Kaufkrafteffekte von insgesamt 1,55 Milliarden Euro ausblieben. Allein in Bayern sind rund 11.500 Arbeitsplätze mit den Messen am Standort Nürnberg verbunden – von Hotels, Gastronomie, Caterer, Messebauer bis hin zum Taxi-Fahrer.
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