Licht am Ende des Tunnels

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Bis Mitte Mai haben bereits rund 850 Unternehmen aus 57 Ländern ihre Teilnahme zur IDS 2021 bestätigt.
© Koelnmesse
Bis Mitte Mai haben bereits rund 850 Unternehmen aus 57 Ländern ihre Teilnahme zur IDS 2021 bestätigt.
Die Internationale Dental Schau IDS (22. bis 5.September) soll in Köln den Anfang machen, gefolgt von der Lebensmittelmesse Angua (9. bis 13. Oktober).

Klappt alles wie erhofft, setzen die beiden Veranstaltungen nicht nur für ihre Branchen Impulse, mit ihnen kehrte auch das Leben in die Kölner Messehallen zurück, die seit März 2020 verwaist sind – von der Nutzung als  Impfzentrum abgesehen. Das Verbot von Veranstaltungen hat die Koelnmesse die Grenze der Belastbarkeit geführt. Keine Geschäfte bedeutet für das Unternehmen: Für die Jahre 2020 und 2021 machen ihm Umsatzeinbrüche und hohe Verluste zu schaffen. Die wirtschaftlichen Einbußen infolge der Pandemie sind gravierend: 94,3 Millionen Euro erreicht der Umsatz des Jahres 2020, der Jahresfehlbetrag liegt bei 109,6 Millionen Euro. Im Rekordjahr 2019 hatte die Koelnmesse 413 Millionen Euro umgesetzt und mehr als 30 Millionen Euro Gewinn gemacht. Für 2021 rechnen die Verantwortlichen mit einem Umsatz deutlich unter 200 Millionen Euro und wiederum mit einem dreistelligen Fehlbetrag.


Der Glaube an die Zukunft aber sei ungebrochen, so Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse auf der digitalen Jahrespressekonferenz des Unternehmens am 26. Mai. „Die Krise treibt uns an, befeuert unsere Kreativität, motiviert uns zu neuen Ideen und beschleunigt digitale Entwicklungen.“ Durch die Pandemie sei die Koelnmesse im digitalen Bereich dort, wo sie eigentlich erst in drei bis vier Jahren hätte sein wollen. So habe sie in kürzester Zeit digitale Messekonzepte und Geschäftsmodelle generiert und umgesetzt, hybride Formate und Ganzjahreskonzepte entwickelt.
„Unsere digitalen Veranstaltungen wie die Gamescom, aber auch die Interzum @home, die Dmexco @home und die H+H Cologne @home, haben Maßstäbe in ihren jeweiligen Industrien gesetzt.“
Oliver Frese, COO Koelnmesse
Die jüngsten Nachrichten aus dem NRW-Wirtschaftsministerium, Messen bei nachhaltiger Inzidenz unter 50 wieder zuzulassen, seien ein Schritt in die richtige Richtung, der „unseren Herbstmessen ein Stück weit Planungssicherheit bietet.“ Nur mit „konkreten und belastbaren Öffnungsszenarien der politisch Verantwortlichen in Deutschland kann es uns gelingen, unsere Kunden zu motivieren und den Betrieb wieder aufzunehmen. Ansonsten läuft der Messeplatz Deutschland Gefahr, den weltweiten Anschluss zu verlieren“, so Böse weiter.

Denn im Ausland ist der physische Re-Start schon erfolgt: Zur Interzum Guangzhou im März 2021 beispielsweise hat sich die Besucherzahl von 2019 um rund 20 Prozent auf circa 200.000 erhöht. Die Anufood China feierte mit fast 20.000 Fachbesuchern Debüt am neuen Standort Shenzhen – ein Plus von über 60 Prozent.

Oliver Frese, in der Geschäftsführung als Chief Operating Officer für die Portfolioentwicklung der Koelnmesse verantwortlich, sieht wesentliche Veränderungen in der Struktur der Veranstaltungen: „Wir haben uns in den vergangenen Monaten noch stärker als zuvor der Entwicklung hybrider und digitaler Messeerlebnisse bis hin zur ganzjährigen Online-Präsenz unserer Messemarken gewidmet. Unsere digitalen Veranstaltungen wie die Gamescom, aber auch die Interzum @home, die Dmexco @home und die H+H Cologne @home, haben Maßstäbe in ihren jeweiligen Industrien gesetzt und machen uns zum digitalen Vorreiter der Messebranche.“ Doch noch blieben die Umsätze der digitalen Komponenten  hinter denen physischer Messen zurück. Deshalb wird daran gearbeitet,  „zukünftig noch mehr Gewinn bringende digitale Leistungen für unsere Kunden zu entwickeln.“ Die Veranstaltungen ab September, darunter IDS und Anuga, sind als hybride Formate geplant. Frese: „Auch wenn die ersten Messen vor Ort wahrscheinlich nicht auf Anhieb die Dimension und die globale Internationalität wie früher haben: Hauptsache, wir sind schnellstmöglich zurück! Unsere digitalen Angebote werden an Reichweite vieles kompensieren.“

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