Irritationen

München schmälert Ausstellungsraum

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Für die IAA Mobility 2023 steht der Platz vor der Feldherrenhalle nicht mehr als Ausstellungsfläche zur Verfügung.
© Mercedes
Für die IAA Mobility 2023 steht der Platz vor der Feldherrenhalle nicht mehr als Ausstellungsfläche zur Verfügung.
Die IAA Mobility nicht aufs Spiel zu setzen, hatte Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München, den Münchner Stadtrat eindringlich schon im Januar gewarnt.

Diskussionen über kaputte Rasenflächen dürften nicht dazu führen, den Erfolg, den die Stadt mit der Veranstaltung erreicht hat, zu zerreden. Sollte der Münchner Stadtrat vor der nächsten IAA-Ausgabe 2023 die Messe aus der Innenstadt verbannen, rechnet Dittrich damit, dass der Verband der Automobilindustrie (VDA) – er ist Ausrichter der Veranstaltung – den Vertrag kündigt und mit dem Event wieder umzieht.


Sein Appell fruchtete nicht. Der Münchner Stadtrat hat jetzt entschieden, die Flächen in der Innenstadt deutlich zu verkleinern: Ihm waren die frei zugänglichen Ausstellungsflächen zu groß. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen deshalb vor allem die „Open Spaces“ der IAA Mobility, die öffentlich zugänglichen Ausstellungsflächen in der Innenstadt, auf denen ausstellende Unternehmen ihre Mobilitätslösungen präsentierten. Die Messe in die Stadt zu tragen war wichtiger Teil des neuen IAA Mobility-Konzeptes. Der Raum in der Innenstadt wird nicht dicht gemacht, aber verkleinert. So wird der Platz vor der Feldherrnhalle (längerfristig geplant) nicht mehr zur Verfügung stehen, auf dem sich Mercedes präsentierte, außerdem soll die Ausstellungsfläche am Königsplatz um 2.000 Quadratmeter verkleinert werden. Ausgleichende Flächen sind in der Ludwigstraße vorgesehen.

Die „Blue Lane“, die 2021 die Open Spaces mit dem Messegelände verband und auf der emissionsfreie Autos, Fahrgemeinschaften und der öffentliche Personennahverkehr Vorfahrt hatten, wird im Münchner Rathaus ebenfalls kritisch gesehen. Sollte es sie auch im Jahr 2023 wieder geben, sollten nach dem Willen der Stadtratsmehrheit „alternative Routen“ geplant werden. Wie die ausstellenden Unternehmen und der Verband auf diese jüngsten Beschlüsse reagieren, ist noch offen.

Über 400.000 Gäste hatte die Veranstaltung nach Angaben der Messe München im September 2021 angezogen. Nur die Olympischen Spiele und die Fußballeuropameisterschaft hätten eine größere mediale Reichweite erzielt als dieses Event mit weltweit 1,2 Milliarden Kontakten – „eine Werbung für die Stadt, die unbezahlbar wäre, die man sich gar nicht leisten könnte“, hatte Klaus Dittrich damals bilanziert. Der CEO der Messe München scheidet planmäßig zum 30. Juni 2022 aus dem Unternehmen aus.

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