Global Exhibitions Day am 2. Juni

Würdigung einer Meta-Industrie

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Die GED-Kampagne 2021 will demonstrieren, wie Messen als Plattformen für Wachstum und Erholung sorgen können.
© UFI
Die GED-Kampagne 2021 will demonstrieren, wie Messen als Plattformen für Wachstum und Erholung sorgen können.
Am ersten Mittwoch im Juni macht alljährlich die Messe-Industrie auf sich aufmerksam mit dem GED. In diesem Jahr findet er unter dem Motto „GED2021 celebrates the safe return of exhibitions and their role in accelerating economic recovery“ statt, feiert die sichere Rückkehr von Messen und ihre Rolle, den Wirtschaftsaufschwung zu beschleunigen.
Ob die CES in Las Vegas oder der Mobile World Congress in Barcelona, die Medica in Düsseldorf, die IFA in Berlin oder die Hannover Messe – die Messewirtschaft weltweit glänzt mit vielen „must attend events“ und setzt mit ihnen entscheidende Impulse: Messen sind wichtige nationale und internationale B2B-Treffpunkte und Plattformen für neue Geschäftsideen, sind Diskussionsplattformen und Innovations Hubs für aktuelle Themen. In vielen Branchen bringen sie noch immer das Neue in die Welt. Je erklärungsbedürftiger die Produkte, desto wahrscheinlicher.  Sie sind effizientes Marketinginstrument und einer der wichtigsten Impulsgeber für das Wirtschaftswachstum in Städten, Regionen und Ländern. Diese Rolle zu würdigen, hat der Weltmesseverband Ufi, Paris, vor sechs Jahren den Global Exhibitions Day ins Leben gerufen. Ziel dieser weltweiten Sensibilisierungskampagne für die Messe- und Eventbranche ist es, durch nationale Messeverbände und Messe-Unternehmen auf der ganzen Welt das Profil der Branche zu stärken. Unterstützt wird die Global Association of the Exhibition Industry von 41 nationalen Messeverbänden – und getragen von der Branche weltweit, die diese Gelegenheit nutzt, weltweit auf ihre Bedeutung für die Wirtschaft aufmerksam zu machen.

Mit dem Beginn der Corona-Krise ist die Bedeutung dieses Jahrestages weltweit gestiegen. Der Weltverband legte beeindruckende Zahlen vor: Mit einem Umsatz von über 493 Milliarden Euro haben Messen großen Einfluss auf die globale Wirtschaft. Darüber hinaus generieren die Ausgaben von Besuchern und Ausstellern einen Umsatz von 299 Milliarden Euro, sowohl für die Wertschöpfungskette der Messeindustrie (Veranstalter, Veranstaltungsorte und Dienstleister) als auch für die mit diesem Geschäft verbundenen Aktivitäten (Unterkunft, Verpflegung und Reisen).

Messen und Ausstellungen verbinden Volkswirtschaften über den direkten Kontakt zwischen Anbietern und Nachfragern und sind daher der schnellste Weg, Unternehmen wieder am Markt zu positionieren und damit der Schlüssel zum Wiederaufbau. Das ist auch bitter nötig. Die Covid-19-Pandemie hat in nahezu allen Geschäftsbereichen und Regionen wirtschaftliche Spuren hinterlassen. Die GED-Kampagne 2021 will deshalb demonstrieren, wie Messen als Plattformen für Wachstum und Erholung sorgen können.
„Ohne Messen müssen Unternehmen in eine Vielzahl von Einzelaktivitäten investieren, das macht ihnen die Sache weder einfacher noch günstiger.“
Digitale Formate und hybride Angeboten können die Präsenzmessen nicht ersetzen. Je länger die Hallentore zu sind, wird immer klarer: Der virtuelle Ersatz ist, wenn auch gut gemacht, für viele Unternehmen lediglich eine Art Überbrückungshilfe. Ein Blick auf die Beteiligungszahlen macht deutlich, dass viele (ausstellende) Unternehmen darauf verzichten. Maximal ein Drittel der Teilnehmer können diese Formate verbuchen: Das Geschäft bleibt hinter den Erwartungen zurück. Das gilt nicht nur für das der Veranstalter, sondern auch und vor allem für das ihrer Kunden, der performenden Unternehmen. Präsenz (im Netz) ist gut, Präsenz in den Hallen ist besser für Abschlüsse und Arbeitsplätze. Um die geht es ja.

Was macht die Bedeutung der Messe für die Wirtschaft aus? Die größten Pluspunkte liegen in ihrer Multifunktionalität. Sie bieten zahlreiche Funktionen, die durch andere Instrumente nicht ersetzt werden können. Ohne Messen müssen Unternehmen in eine Vielzahl von Einzelaktivitäten investieren, das macht ihnen die Sache weder einfacher noch günstiger. Das unglaubliche Spektrum von Messen ist es auch, das sie so erklärungsbedürftig und gleichzeitig so schwer zu erklären macht.

Nicht ohne Grund wurden in Asien Messen als eine der ersten Maßnahmen nach Corona wieder zugelassen, weil das Format funktioniert. Schon seit Juni 2020 strömen die Menschen wieder auf die Veranstaltungen. Touch it, feel it: Die Nachfrage nach Live-Veranstaltungen ist groß, in manchen Fällen übertreffen die Besucherzahlen der jüngsten chinesischen Messen sogar das Niveau vor COVID. Das gemeinsame Live-Erlebnis vor Ort füllt eine Lücke, die durch Wirtschaftskrise und Social Distancing entstanden ist. Im Gegenzug verschwinden erste digitale Formate wieder vom Markt.

Für den Weltmesseverband Ufi ist die Veranstaltungsbranche eine 'Meta-Industrie': Sie stärkt buchstäblich jede einzelne Branche weltweit durch die Marktplätze und Treffpunkte, die sie betreibt - von Werkzeugmaschinen in Australien bis zu Konsumgütern in Europa, von Baumaterialien in Asien bis zu Unterhaltungselektronik in Nordamerika.

Die Kampagne des Global Exhibitions Day 2021 will deshalb demonstrieren, wie Messen und Ausstellungen als Plattformen für Wachstum sorgen und der wirtschaftlichen Erholung dienen können – Völkerverständigung inklusive
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