Fast Forward

Die Branche vorantreiben

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"Wir wollen den neun von zehn Menschen der Veranstaltungswirtschaft eine Plattform bieten, die bislang keinen Grund hatten, sich zu organisieren", sagt Jörn Huber, Vorstandsvorsitzender des Famab.
© Famab
"Wir wollen den neun von zehn Menschen der Veranstaltungswirtschaft eine Plattform bieten, die bislang keinen Grund hatten, sich zu organisieren", sagt Jörn Huber, Vorstandsvorsitzender des Famab.
Interessenvertretung braucht Wandel: Angesichts der Pandemiefolgen und der Erkenntnisse aus der zurückliegenden politischen Arbeit empfiehlt der Vorstand des Famab Kommunikationsverbandes eine Neuerfindung der Organisation.

Seit März 2020 ist die Veranstaltungswirtschaft im Lockdown, und mit ihr sind es die Mitgliedsunternehmen des Famab. In dem Fachverband  sind seit knapp 60 Jahren unterschiedliche Felder der Veranstaltungsbranche organisiert, die derzeit unter Umsatzeinbrüchen von 80 Prozent leiden, Kurzarbeit und eine fehlenden Perspektive. Aus der Pandemie ziehen die Verantwortlichen des Verbandes einen Schluss: Veränderung ist angesagt, will er Entwicklungen nicht bloß folgen, sondern voranschreiten, prägen und beeinflussen zu Gunsten aller in der Branche. Die Handlungs- und Denkrichtung kennt daher nur eine Richtung: fwd: – vorwärts!


„Wir erfinden den Famab unter dem symbolstarken Namen Forward – kurz: fwd: – völlig neu.“
Jörn Huber, Famab-Vorstandsvorsitzender
War der Famab auch der erste Verband, der die drohenden Schäden für die Veranstaltungswirtschaft ins Medienbewusstsein brachte - auf der politischen Ebene hat er bei weitem nicht das erreicht, was nötig gewesen wäre. Deshalb müsse etwas Neues entstehen, so die Meinung der Verbandsverantwortlichen. Es gelte, eine Institution zu schaffen, die die sechstgrößte Branche gegenüber Bund und Ländern als Schlüsselwirtschaftssektor repräsentiert. Sie soll nicht nur die fachliche Bandbreite der Eventindustrie abdecken, sondern auch eine flexible Organisation bieten, die für die 90 Prozent verbandlich nicht engagierten Menschen der Branche offen ist. „Klar ist: Unsere Branche braucht nicht den x-ten Fachverband. Diese professionellen Gruppen haben ihre volle Berechtigung für facettenreiche Sonderanliegen. Wir wollen stattdessen den neun von zehn Menschen der Veranstaltungswirtschaft eine Plattform bieten, die bislang keinen Grund hatten, sich zu organisieren. Dafür ist der Famab prädestiniert. Er ist die einzige Brancheninstitution, die seit Jahrzehnten den Querschnitt des gesamten Sektors vertritt. Deshalb erfinden wir ihn unter dem symbolstarken Namen Forward – kurz: fwd: – völlig neu“, begründet Jörn Huber, Vorstandsvorsitzender des Famab, die Neustartinitiative.

Die Kunst für die Zukunft werde sein, den Menschen der Branche unabhängig ihrer beruflichen Herkunft eine agile, flexible Plattform zu bieten. Denn agile Strukturen ermögliche schnelles und effektives Arbeiten. So kann jeder die Branche mit dem vorantreiben, was er beitragen will. Deshalb wird fwd: diverse Mitgliedschaftsformen anbieten, um vom Auszubildenden und Soloselbstständigen bis zur Unternehmensgruppe das richtige und individuell gewünschte Maß an Partizipation zu bieten.  „Unser Wirtschaftszweig darf nicht noch einmal die abgehängte Branche sein. Das Vorhaben hat das Potenzial, die Veranstaltungswirtschaft geeint zu vertreten: vom Soloselbständigen bis zum Mittelständler über alle Disziplinen. Unser gesamter Sektor kann dauerhaft nur durch eine starke Interessenvertretung gegenüber Politik und Gesellschaft repräsentiert werden. Wir empfehlen den Menschen unserer Branche, die sich noch nicht in einem Verein oder Verband organisiert haben, die neue Vereinigung fwd: auf eine der vielfältigen Arten zu unterstützen“, betont der Vorstand des Aktionsbündnisses #AlarmstufeRot. „Es wird uns gelingen, gemeinsam eine Interessenvertretung aufzubauen, die diese ‚Einheit aus Vielfalt‘ widerspiegelt“, ist Famab-Geschäftsführer Jan Kalbfleisch überzeugt.

Anfang Juli sollen die Mitglieder des Famab über die neue Struktur, den neuen Namen sowie eine Öffnung der etablierten Brancheninstitution entscheiden.

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