„Andere Realität“

Mit der Unterstützung hapert es

   Artikel anhören
„Wenn Peter Altmaier behauptet, die staatlichen Hilfen kämen in der Wirtschaft an, so steht diese Aussage diametral einer Blitzumfrage gegenüber, die wir zum Gipfel unter Branchen-Mitgliedern veranstaltet haben“, so Jörn Huber, Vorstandsvorsitzender des Famab. Wenn der Kommunikationsverband und das Aktionsbündnis #AlarmstufeRot die Bemühungen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier loben, die er mit dem Wirtschaftsgipfel am 16. Februar unternommen hat, so konstatieren sie doch einen Unterschied in Eigen- und Fremdwahrnehmung. „Dieser Gipfel hat aufs Neue gezeigt, dass Herr Altmaier offensichtlich in einer anderen Realität als der der Unternehmen unterwegs ist.“ So habe lediglich ein Prozent der Umfrageteilnehmenden die komplette Antragsumme der Dezemberhilfe erhalten, 84 Prozent der Unternehmen aus der Veranstaltungsbranche haben noch keinen Cent davon gesehen. „Und immerhin 40 Prozent der Unternehmen haben immer noch kein Geld aus der Novemberhilfe erhalten“, erklärt Huber. „Das geht für viele unserer Mitglieder nicht mehr lange gut, ein Drittel von ihnen wird spätestens im Sommer Insolvenz anmelden müssen.“ Der Kommunikationsverband Famab und das Aktionsbündnis #AlarmstufeRot forderten daher beim Gipfel mit Peter Altmaier nachdrücklich einen verlässlichen Fahrplan für den Re-Start des sechstgrößten Wirtschaftszweigs Deutschlands, der sich seit zwölf Monaten im Lockdown befindet.

„Schön ist, dass Herr Altmaier endlich erkannt hat, welch große Bedeutung Messen für die deutsche Wirtschaft haben“, stellt Tom Koperek von #AlarmstufeRot fest und nimmt damit Bezug auf eine Aussage des Ministers während des Gipfels. „Diese späte Erkenntnis allein rettet uns aber nicht. Vielmehr müssen nun schnell tragfähige Konzepte folgen, wie es mit der Veranstaltungswirtschaft im zweiten Halbjahr weitergehen soll. Und ich spreche dabei insbesondere von den 88 Prozent wirtschaftsbezogenen Veranstaltungen, die unsere Branche zum Löwenanteil ausmachen.“

Den Vorstoß der am Gipfel teilnehmenden Verbände, analog zu einem Auto- oder Tourismusgipfel auch einen Kultur-, Veranstaltungs- und Kreativgipfel zu veranstalten, sehen Huber und Koperek als einen wichtigen Schritt. „Wollen wir hier aber substanziell etwas bewegen, muss dieser Gipfel auch zügig realisiert werden“, fordert Koperek.

 


stats