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Martin Sorrell reitet neue Attacke gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber

Martin Sorrell teilt wieder aus
© Chris McAndrew
Martin Sorrell teilt wieder aus
Er kann es offenbar nicht lassen: Martin Sorrell, früherer Chef der britischen Werbeholding WPP, lästert weiter öffentlich über seinen früheren Arbeitgeber und dessen neue Führung. Sein Nachfolger Mark Read habe "schreckliche Fehler" gemacht, seit er an der Spitze von WPP stehe. Als Aktionär - Sorrell hält nach wie vor Anteile an dem börsennotierten Konzern - finde er die Situation beunruhigend, sagte Sorrell in einem Interview mit dem Wirtschaftstitel Financial News.
"Ich kann nicht erkennen, dass es einen klaren Kurs für das Unternehmen gibt", so der 74-Jährige. Die Holding hat sich in den vergangen Jahren nicht gut entwickelt und deutlich an Wert verloren. Das gilt allerdings auch für die Schlussphase von Sorrells Amtszeit. Er selbst kritisiert aber vor allem das neue Management: "Die Leute, die WPP führen, empfinden ihren Job als Last. Das weiß ich sicher."


Kritisch bewertet Sorrell auch die Beförderung mehrerer Wunderman-Mitarbeiter. "Die Leute sagen, jetzt wissen wir wofür das W in WPP steht - für Wunderman." Es bestehe der Eindruck von Speichelleckertum und dass Freunde eher befördert würden als talentierte Mitarbeiter, findet der Ex-Chef. Der neue CEO Read war, bevor er zum Konzernchef berufen wurde, Chef der Digitaltochter Wunderman. Sie wurde inzwischen mit dem Werbenetzwerk J. Walter Thompson fusioniert.

WPP will sich nicht zu der Kritik von Sorrell äußern. Aus der Gruppe gibt es aber Stimmen, die den früheren Boss für sein Verhalten kritisieren und erklären, dass seit seinem Abgang eine offenere und partnerschaftlichere Kultur im Unternehmen herrsche. Sorrell hatte WPP im April 2018 verlassen, nachdem Vorwürfe bekannt wurden, er habe Firmengelder für private Zwecke verwendet. Der Manager hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen. Kurz nach seinem Ausstieg bei WPP gründete er mit S4 Capital eine neue Marketing-Agenturgruppe. mam
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