#wirhelfenfreelancern und Co

Wie Xing, Malt und Melt Media Freelancer in der Corona-Krise unterstützen

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Freelancer haben es in Zeiten der Krise besonders schwer
© Lukas Bieri/Pixabay
Freelancer haben es in Zeiten der Krise besonders schwer
Während Millionen von Angestellten spätestens seit diesem Monat in Kurzarbeit sind, fällt diese Form der staatlichen Unterstützung für Freiberufler weg. Sie kämpfen stattdessen mit zum Teil existenzbedrohenden Auftragsausfällen. Auch in der Agenturbranche gehen die Aufträge für kreative Freelancer zurück. Online-Jobportale wie Xing und das französische Start-Up Malt sowie eine Gruppe freier Initiatoren rund um Asta Baumöller von der Personalberatung Melt Media haben Programme gestartet, um insbesondere dieser Berufsgruppe unter die Arme zu greifen.
Die Xing-Plattform für Freiberufler Hallo Freelancer hat die Initiative #wirhelfenfreelancern ins Leben gerufen. Unter diesem Motto werden Unternehmen dazu aufgefordert, in Form von Gutscheinen zukünftige Leistungen bei Freiberuflern einzukaufen. Bezahlt wird sofort, die Arbeit aber erst dann erbracht, wenn das Projekt wirklich realisiert wird. "Freelancer sind Teil unserer DNA – deswegen möchten wir jetzt unsere Reichweite und Ressourcen nutzen, um möglichst vielen Freelancern etwas zurückzugeben", heißt es auf der Website von Xing. Unter den mehr als 17 Millionen Mitgliedern des beruflichen Netzwerks gäbe es circa 1,5 Millionen Freelancer, denen Xing damit helfen möchte.


Einen Knackpunkt gibt es bei der Xing-Initiative allerdings: Wer als Unternehmen für seine fest angestellten Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt und rigide Sparpläne verfolgt, wird wohl kaum Budget übrig haben, um Gutscheine für Freelancer zu kaufen. Ungeachtet dessen, setzt Xing damit ein positives Zeichen von Solidarität. Genau das ist auch die Intention des französischen Start-Ups Malt. Die im vergangenen Jahr in Deutschland gestartete Plattform hat sich auf die Vermittlung von Freiberuflern in Bereichen wie Technologie, Marketing und Werbung spezialisiert.

Um die Freelancer in der Corona-Krise unbürokratisch zu unterstützen, hat das Unternehmen sein ursprünglich internes Schulungsprogramm Malt Academy für alle öffentlich zugänglich gemacht. Interessenten finden hier kostenlose Trainings und Webinare zu unterschiedlichen Themen. Außerdem hat die Plattform die Hashtag-Kampagne #ReadytoHelp lanciert, die sich vor allem an digitale Freelancer richtet, die damit ihre Bereitschaft ausdrücken können, bei ehrenamtlichen Projekten im Kampf gegen Corona mitzuwirken. So ist beispielsweise die in Rekordzeit entwickelte App Bring & Ring entstanden, die Risikogruppen das kontaktlose Einkaufen erleichtern soll. "Seit der Gründung von Malt war es unsere wichtigste Aufgabe, das Leben der Freelancer zu erleichertn. Diese Mission ist heute aktueller denn je", erklärt Malt-Gründer und CEO Vincent Huguet.


Sowohl Hallo Freelancer als auch Malt sind erst seit dem vergangenen Jahr auf dem Markt und haben sich zum Ziel gesetzt, die Vermittlung von Freiberuflern zu revolutionieren. Bei Hallo Freelancer soll ein intelligenter Matching-Algorithmus unter anderem dafür sorgen, dass ein Unternehmen binnen 48 Stunden seine Projektvakanzen besetzen kann. Laut Unternehmenswebsite zählen Agenturen wie DDB, Serviceplan und Ressourcenmangel zu den Kunden.

Malt wiederum wirbt damit, dass es sich hier um einen Marktplatz handelt, der Kunden und Freelancer auf direktem Wege zusammenbringt. Es gäbe keine Agenturen oder Personalvermittler auf der Plattform, die mit mit den Freelancern in Konkurrenz stehen oder als Mittelsmann agieren. Dadurch könnten höhere Tagessätze für die Freiberuflicher ermöglicht werden. Auftragsvergabe und Abwicklung erfolgt hier komplett digital. Nach Auftragsabschluss werden die Freelancer innerhalb von 48 Stunden von Malt bezahlt, so das Versprechen des Start-Ups.

Jenseits der großen Job-Portale gibt es eine weitere Initiative für Freelancer auf Projektsuche. Lanciert wurde sie von Asta Baumöller, deren eigene Personalberatung Melt Media auf die Medien-, Digital- und Kreativwirtschaft spezialisiert ist. Sie hat gemeinsam mit den freien Initiatoren Claudia Wulf und Holger Eggert sowie Digital Coach Kathrin Koehler zu der Hashtag-Aktion #free2freelance aufgerufen. Damit sollen freie Kreative und Digitalspezialisten ihre Verfügbarkeit signalisieren und können damit besser in den sozialen Medien beziehungsweise bei Job-Portalen wie Xing und LinkedIn identifiziert und erreicht werden. ADC-Mitglied Baumöller sagt dazu: "Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser Initiative maßgeblich dazu beitragen können, dass der Projektmarkt während und auch nach der Pandemie schnell wieder Fahrt aufnehmen wird." bu
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