Werbekonjunktur

WPP gibt trüben Ausblick auf 2019 - Aktienkurs zieht trotzdem an

WPP-Chef Mark Read erwartet 2019 einen Umsatzrückgang von 1,5 bis 2 Prozent
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WPP-Chef Mark Read erwartet 2019 einen Umsatzrückgang von 1,5 bis 2 Prozent
Als letzte der großen Werbeholdings hat nun auch WPP die Geschäftszahlen für das Jahr 2018 präsentiert. Bereinigt um durchlaufende Kosten, Akquisitionen und Währungseffekte meldet der britische Konzern einen Umsatz von 12,8 Milliarden Pfund, das entspricht einem Rückgang von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit schneidet WPP etwas besser ab als zwischenzeitlich befürchtet. Der Ausblick für 2019 fällt allerdings relativ trübe aus. CEO Mark Read rechnet mit einem Umsatzrückgang zwischen 1,5 und 2 Prozent.
"Wir sind bei der Umsetzung der neuen WPP-Strategie gut vorangekommen. Unsere Ergebnisse für das Jahr 2018 liegen am oberen Ende der im Oktober abgegebenen Prognose", sagt Konzernchef Read. Trotzdem lesen sich die Zahlen nicht sonderlich gut. Neben dem leichten Umsatzverlust (der Gesamtumsatz beträgt 15,6 Milliarden Pfund) meldet die Gruppe auch einen Rückgang bei Gewinn und Marge. Der Vorsteuergewinn ist um fast 30 Prozent auf 1,46 Milliarden Pfund gefallen, die operative Marge um 1,1 Prozentpunkte auf 15,3 Prozent. Die Marge auf den bereinigten Umsatz (vor Steuern) beträgt 16 Prozent.


WPP begründet den Rückgang des Vorsteuergewinns vor allem mit den Kosten für "Restructuring and Transformation" in Höhe von rund 300 Millionen Pfund. Die Holding hat mehrere Firmen zusammenlegt. Die prominentesten Merger sind sicher die von VML und Y&R sowie von Wunderman und JWT. Außerdem wurden weltweit fast 60 Büros geschlossen. Von den geplanten 3500 Stellenstreichungen wurden 2018 mehr als 2600 umgesetzt. Parallel hat sich die Gruppe von rund 30 Firmen getrennt, was laut eigenen Angaben Einnahmen von 850 Millionen Pfund gebracht hat. Die Suche nach einem Partner für die Marktforschungssparte Kantar geht unterdessen weiter.

Auf regionaler Basis bleiben die USA das Sorgenkind von WPP. Hier gingen die bereinigten Umsätze 2018 um mehr als 4 Prozent zurück. Im Heimatmarkt Großbritannien liegt das Minus bei 0,5 Prozent. In der Region "Western Continental Europe" wächst das Unternehmen dagegen um 2 Prozent und nennt unter anderem den deutschen Markt als Wachstumstreiber, zumindest im 4. Quartal.


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Bei den Kommunikationsdisziplinen hat die Sparte "Advertising and Media Investment Management" 1,2 Prozent der Umsätze verloren, wobei das Medigeschäft fast überall zulegen, die Umsatzverluste bei den Werbeagenturen aber nicht auffangen konnte. Ebenfalls verloren hat die Säule "Data Investment Management", zulegen konnte dagegen der Bereich "Public Relations & Public Affairs".

Vergleichsweise schwach fällt der Ausblick auf das Gschäftsjahr 2019 aus. Hier rechnet WPP mit einem Umsatzrückgang zwischen 1,5 und 2 Prozent. Vor allem das 1. Halbjahr dürfte schwierig werden, weil dann einige Etatverluste aus dem vorigen Jahr in der Bilanz wirksam werden. Die Börse reagiert dennoch erleichtert auf die Zahlen von WPP. Offenbar war mit Schlimmerem gerechnet worden. Die Aktien des Unternehmen schnellten unmittelbar nach Vorlage des Bilanz um mehr als 6 Prozent in die Höhe. mam          
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