Werbeholdings

Publicis verliert massiv Umsatz, Omnicom legt leicht zu

Publicis-Chef Arthur Sadoun hofft auf weitere Etatgewinne
© Arthur Delloye
Publicis-Chef Arthur Sadoun hofft auf weitere Etatgewinne
Mega-Events wie Fußball-WM und Olympische Spiele sind normalerweise Garanten für sprudelnde Werbeumsätze. Doch die weltweite Werbekonjunktur scheint in diesem Jahr nicht so richtig in Schwung zu kommen. Die jüngsten Bilanzen von Publicis Groupe und Omnicom zeigen jedenfalls, dass die großen Werbeholdings in diesem Jahr von Wachstumsrekorden nur träumen können.
Unter den Erwartungen performt derzeit vor allem die Publicis Groupe. Die französische Werbeholding, zu der neben der Kreativschmiede Publicis auch Networks wie Saatchi, Fallon, Leo Burnett, der Digitaldienstleister Publicis Sapient und Publicis Media gehören, meldet fürs 1. Halbjahr einen Nettoumsatz in Höhe von 4,28 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahreswert ist das ein dickes Minus von 8,2 Prozent. Der Nettogewinn ging von 387 Millionen Euro auf 313 Millionen Euro zurück. 


Laut Publicis-CEO Arthur Sadoun liefen die Geschäfte vor allem im 2. Quartal schlecht. Neben einer schwächelnden Konjunktur habe sich insbesondere das volatile Health-Geschäft in den USA negativ auf die Bilanz ausgewirkt. So habe die Sparte Publicis Health unter dem Strich 30 Millionen Euro verloren. Insgesamt rutschte Publicis in Nordamerika beim Nettoumsatz mit 2,3 Prozent ins Minus. 

Aber auch außerhalb der USA lief es im 2. Quartal nicht sonderlich gut für die französische Werbeholding. So ging der Nettoumsatz in Europa um 3,6 Prozent auf 641 Millionen Euro zurück, in der Region Asien Pazifik steht ein Minus von 2,1 Prozent in den Büchern. Nur in Lateinamerika (plus 7,2 Prozent) und in der Region Naher Osten & Afrika (plus 4,5 Prozent) ging es aufwärts. 


Trotz der wenig erfreulichen Zahlen bleibt CEO Sadoun fürs Gesamtjahr optimistisch. Vor allem aufgrund zahlreicher Etatgewinne - zuletzt hatte Publicis unter anderem die Pitches von L'Oréal, Mercedes-Benz, Ricola und Lenovo  für sich entschieden - sei er zuversichtlich, die Ziele noch erreichen zu können. 

Bei Omnicom geht es leicht bergauf

Etwas erfreulicher liest sich die Halbjahresbilanz der Omnicom Group. Die US-Holding, unter deren Dach sich Agenturen wie BBDO, DDB, TBWA und die Omnicom Media Group tummeln, hat im 1. Halbjahr 2018 weltweit umgerechnet knapp 6,5 Milliarden Euro umgesetzt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Plus von 1,5 Prozent. Der Nettogewinn kletterte um 10,2 Prozent auf 540 Millionen Euro. 

Als Achillesferse erwies sich für Omnicom ausgerechnet der heimische US-Markt. Dort ging das organische Wachstum im 1. Halbjahr um 0,5 Prozent zurück. Noch deutlicher fällt das Minus in der Region Naher Osten und Afrika aus, wo unter dem Strich ein Minus von 8,3 Prozent in der Bilanz steht. Während die Gruppe in Großbritannien nur minimal um 0,3 Prozent zulegen konnte, sieht es im Rest von Europa besser aus. In der Region Euro Markets and Other Europe legten die Omnicom-Agenturen um 10,5 Prozent zu. 

Von den Geschäftsfeldern erwies sich vor allem CRM Consumer Experience als Wachstumstreiber. Hier konnte Omnicom seine Umsätze um 7 Prozent steigern. Auch die Segmente Werbung (plus 1,6 Prozent), Public Relations (1,8 Prozent) und Healthcare (3,8 Prozent) entwickelten sich positiv. Lediglich im Bereich CRM Execution & Support muss Omnicom ein Minus von 1,7 Prozent hinnehmen. mas
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