Werbeholdings

Havas will AMO zu weltweitem Netzwerk ausbauen

Havas-Chef Yannick Bolloré bei seinem Auftritt in Cannes
Horizont
Havas-Chef Yannick Bolloré bei seinem Auftritt in Cannes
Die französische Werbeholding Havas hat am Rande des Werbefestivals in Cannes angekündigt, die auf Finanzkommunikation und strategische Beratung spezialisierte Agenturgruppe AMO zu einem weltweiten Netzwerk auszubauen. Dafür will Konzernchef Yannick Bolloré in den nächsten drei Jahren eine Summe von 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Zudem startet Havas weitere Einheiten mit globalem Anspruch.
Bislang gehören zwölf Agenturen zu AMO, bei den meisten, aber nicht allen, ist Havas Mehrheitsgesellschafter. In Deutschland gehört die Firma Deekeling Arndt Advisors mit Stammsitz in Düsseldorf zu dem Verbund. Bei ihr war das Network Anfang 2018 eingestiegen. Mit seinem inhaltlichen Angebot will sich AMO vorrangig auf große Finanzzentren konzentrieren. Ein Einstieg in kleinere Märkte ist offenbar nicht vorgesehen.


Parallel zu der Offensive im Bereich Finanz- und strategische Kommunikation hat Havas angekündigt, weitere Angebotsmarken zu etablieren, die international ausgerollt werden sollen. Dazu gehören Havas Helia für den Bereich CRM, Havas Blockchain, Havas Edge (Performance Marketing), Havas Events und Annex für das Thema Branded Entertainment. Bei diesem Ableger, der in Atlanta bereits eng mit Coca-Cola zusammenarbeitet, will die Gruppe verstärkt die Kompetenzen einbringen, die sich aus dem Verbund mit Vivendi (Universal Music, Gameloft) ergeben.

Laut CEO Bolloré wird mit dem Launch der neuen Marken die zweite Phase der vor einigen Jahren gestarteten "Together-Strategie" eingeläutet. Sie sieht vor, die Grenzen zwischen den einzelnen Disziplinen abzuschaffen und enger zusammenzuarbeiten. Bei Havas wurden an verschiedenen Standorten sogenannte Villages etabliert, in denen die Kreativ- und Mediasparte unter einem Dach sitzen. In Deutschland ist solch ein Schritt aufgrund der dezentralen Struktur mit den Standorten Düsseldorf, Frankfurt, München und Hamburg aktuell nicht geplant. Wie der Start weiterer Einzelableger zu der "Together"-Strategie passt, die eigentlich die viel kritisierten Silos ablösen soll, muss sich zeigen. mam
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