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Omnicom legt schwache Quartalsbilanz vor - auch, aber nicht nur wegen Corona

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Omnicom-CEO John Wren verbucht ein schlimmes 2. Quartal
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Omnicom-CEO John Wren verbucht ein schlimmes 2. Quartal
Die US-Werbeholding Omnicom hat ihre Zahlen für das 2. Quartal vorgelegt. Diese fallen deutlich schwächer aus als die von Wettbewerber Publicis, der seine Halbjahresbilanz vorige Woche präsentiert hat. Omnicom verzeichnet im Zeitraum April bis Juni, also innerhalb der Hochphase des pandemiebedingten Lockdowns, einen Umsatzrückgang von fast 25 Prozent auf 2,8 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Publicis verlor in dieser Periode 13 Prozent seiner Umsätze.
Noch schwerer wiegt aber der Gewinneinbruch bei Omnicom. Das Unternehmen verzeichnet einen Quartalsverlust von 24 Millionen Dollar. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres fuhr Omnicom noch einen Gewinn von 371 Millionen Dollar ein. Der Verlust hat aber nur zum Teil mit den Auswirkungen der Corona-Krise zu tun. Vielmehr scheint es so zu sein, dass Konzernchef John Wren und CFO Philip Angelastro die Gelegenheit genutzt haben, auch andere Belastungen in der Bilanz für das 2. Quartal unterzubringen - in der Hoffnung, dass im Corona-Jahr 2020 ohnehin niemand einen erfolgreichen Abschluss erwartet.


Dass der Quartalsverlust nicht nur mit der Pandemie zu tun hat, räumt Omnicom indirekt selbst ein. Als Grund für die schlechten Zahlen werden Umbaukosten für Abfindungen sowie ein Nettoverlust aus Unternehmensverkäufen genannt. Allerdings lief es auch im operativen Geschäft nicht rund - mit dem Ergebnis, dass die operative Marge von 15,4 auf 2,2 Prozent einbricht. Besonders stark betroffen sind die Aktivitäten in der Euro-Zone. Hier gingen die Umsätze im 2. Quartal um fast 30 Prozent zurück. In den USA beträgt der Rückgang 21 Prozent. Bei den einzelnen Sparten der Gruppe trifft es die Werbung und die Bereiche CRM sowie Consumer Experience mit jeweils mehr als 25 Prozent Umsatzrückgang besonders hart. Einzig der Bereich Healthcare kann um 3 Prozent zulegen.

Auf Halbjahresbasis beträgt der Umsatzrückgang 13,6 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn für diese Periode liegt bei 234 Millionen Dollar. Das ist ein Einbruch von mehr als 60 Prozent. Die operative Marge fiel von 13,9 auf 7,8 Prozent. Wettbewerber Publicis hatte vorige Woche deutlich bessere Zahlen vorgelegt. Bei der französischen Werbeholding ging der Umsatz im 1. Halbjahr "nur" um 8 Prozent auf 4,77 Milliarden Euro zurück. Die operative Marge liegt bei 13 Prozent. mam
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