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So stoßen Ogilvy und Binding auf Frankfurt an

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Binding bekämpft Vorurteile
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Binding bekämpft Vorurteile
Frankfurt hat, das ist zumindest bei Frankfurtern unbestritten, mit vielen ungerechtfertigten Vorurteilen zu kämpfen. Wegen seiner schicken Skyline wird die Main-Metropole oft zur versnobbten Banker-Stadt degradiert, das berüchtigte Bahnhofsviertel weckt Assoziationen zu Drogen, Sex und Verbrechen. Und so etwas wie Gemütlichkeit kommt in dieser Betonwüste schon mal gar nicht auf. Die Frankfurter Traditionsmarke Binding will diese Stereotype nun aus der Welt schaffen. Der Slogan der neuen, von Ogilvy & Mather entwickelten Kampagne lautet daher auch: "Auf Frankfurt, wie es wirklich ist."

Die Binding-Brauerei, die auch heute noch im Herzen Frankfurts angesiedelt ist, will mit den von Ogilvy kreierten Plakatmotiven viel erreichen. "Wir feiern mit unserer neuen Kampagne die lebens- und liebenswertesten Seiten der am meisten unterschätzten Großstadt Deutschlands", sagt Marketingchefin Claudia Geisler.


Natürlich geht es Binding aber nicht nur um den Ruf Frankfurts. Das Kalkül: Bei der Brauerei hofft man offenbar, mit dem klaren Bekenntnis zur Mainmetropole bei den Frankfurtern selbst und den Bewohnern im Umland zu punkten. Was nicht ganz unrealistisch ist. Immerhin werden die Motive auf mehr als 1.600 City-, Megalights und Großflächen im Stadt- und Rhein-Main-Gebiet zu sehen sein. Und dass eine solche Würdigung der Heimatstadt bei den Frankfurtern gut ankommt, versteht sich von selbst. Läuft alles nach Plan, würde Binding also nicht nur das Image Frankfurts, sondern quasi in einem Aufwasch auch gleich noch sein eigenes mitpolieren.

Feiern in Frankfurt? Geht zum Beispiel auf dem Schweizer Straßenfest
© Binding
Feiern in Frankfurt? Geht zum Beispiel auf dem Schweizer Straßenfest
Gelingen soll das zunächst mit drei vom Fotografen Oliver Tamagnini inszenierten Motiven, die Vorurteile über Frankfurt auflösen. Zu diesem Zweck zeigt Binding Menschen an authentischen Orten der Mainmetropole - "und damit das wahre Leben. Denn Binding liebt Frankfurt!", sagt Geisler.

Dass Binding Frankfurt so liebt, hat sicherlich auch damit zu tun, dass - entgegen der genannten Vorurteile - die Frankfurter sogar ziemlich gut feiern können und es auf den einschlägigen Stadtfesten immer feucht-fröhlich zugeht. Den Beleg liefert Binding mit einem Werbemotiv, das eine Szene vom legendären Schweizer Straßenfest zeigt (siehe Motiv oben). 

Binding wirbt mit dem Wasserhäuschen Gudes
© Binding
Binding wirbt mit dem Wasserhäuschen Gudes
Was Frankfurt ebenfalls liebenswert macht ist, dass es (zumindest in ganz vielen Fällen) eben keine Kluft zwischen Anzugträgern und "Normalos" gibt - oder dass diese zumindest nicht so zu Tage tritt wie anderswo. Was seit jeher in den berühmten Frankfurter Apfelweinlokalen vorgelebt wird, wo Banker mit Studenten und Touristen an einen Tisch gesetzt werden, lässt sich auch an den Wasserhäuschen wie dem "Gudes" auf der Friedberger Landstraße beobachten. Dieser ehemaligen Trinkhalle, die sich wie viele weitere zu einer kultigen Szene-Location gemausert hat, widmet Binding ebenfalls ein eigenes Werbemotiv. Darauf ist ein Anzugträger zu sehen, der gemeinsam mit den Gudes-Machern sein Feierabend-Bierchen genießt. 

Eines der Motive zeigt den Frankfurter Lohrberg
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Eines der Motive zeigt den Frankfurter Lohrberg
Wie idyllisch und familienfreundlich Frankfurt sein kann, zeigt das Motiv vom Frankfurter Lohrberg. Dieser 185 Meter hohe Haus-"Berg"-Frankfurts, den man vom Ortsteil Seckbach aus erreicht, bietet eine sensationelle Aussicht über die Stadt - und wird vor allem von Familien gern als Ausflugs- und Grill-Location genutzt.

Ob die Plakatmotive den Frankfurter munden und sich die Werbeinvestitionen auszahlen, bleibt abzuwarten. Neben den Out-of-Home-Motiven sind auch Social-Media-Aktivitäten und Veranstaltungen Teil der Kampagne. mas

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