Von PwC zu Port Neo

Unternehmensberater Rajesh Bose wechselt auf Agenturseite

Rajesh Bose (r.) steigt bei der Digitalgentur Port Neo von Kai Vorhölter ein
© Port Neo
Rajesh Bose (r.) steigt bei der Digitalgentur Port Neo von Kai Vorhölter ein
Dass Consultingfirmen sich mit Agenturen oder deren Mitarbeitern verstärken, ist nichts Besonderes mehr. Eher ungewöhnlich ist dagegen nach wie vor der umgekehrte Schritt. Den geht jetzt Rajesh Bose. Der bisherige Geschäftsführer von Strategy&, der Strategieberatung von PwC, wechselt zur Digitalagentur Port Neo. Dort wird der 42-Jährige zum 1. August Managing Partner auf Holdingebene und soll Gründer Kai Vorhölter beim weiteren Ausbau der Gruppe unterstützen.
Die Agentur wurde im Jahr 2000 gegründet und beschäftigt inzwischen an insgesamt fünf Standorten (Stuttgart, Freiburg, Köln, München und Zürich) 110 Mitarbeiter. Für das Jahr 2019 rechnet Port Neo mit einem Honorarvolumen von 9 Millionen Euro. Zu den Kunden gehören Unternehmen wie Daimler, Allianz und die Schweizerische Post. Bei seinem vorherigen Arbeitgeber Strategy& hatte Bose erst im März angefangen. Davor war er für Deloitte, A.T. Kearney und Airbus tätig. Den schnellen Wechsel zu Port Neo begründet er unter anderem mit dem Wunsch nach "echtem" Unternehmertum. Er werde auch künftig „als Brücke zwischen Konzept und Umsetzung, also Beratung und Agentur" agieren und freue sich auf die unternehmerische Verantwortung, die Agentur weiterzuentwickeln.


Sorge, gegen große Beratungsfirmen, die sich mit Kreativen oder gleich ganzen Agenturen verstärken, ins Hintertreffen zu geraten, hat Bose nicht: "Das System in Beratungen funktioniert nach Messkriterien, die im Kern vorwiegend auf Finanzkennzahlen basieren. Aufgrund dieser Tatsache habe ich viele Kreative wieder zurück in die Agenturwelt zurückwandern sehen. Falls sie bleiben, nahm in den meisten Fällen die Kreativleistung - für die man sie ja eigentlich gewonnen hatte - signifikant ab." Als Grund nennt er starke Kulturunterschiede und einen hohen Integrationsaufwand. Bei seinem neuen Arbeitgeber sieht er diese Reibungsverluste nicht. mam
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