"Verkleidete" Werbeplakate zu Karneval

Das ist die Antwort von Dojo auf langweilige Außenwerbung

Dojo und Maskworld sorgen mit einer ungewöhnlichen Plakataktion in Köln für Aufsehen
© Dojo
Dojo und Maskworld sorgen mit einer ungewöhnlichen Plakataktion in Köln für Aufsehen
Ganz Köln ist im Karnevalsfieber. Wer bis jetzt noch nicht das passende Kostüm für die fünfte Jahreszeit gefunden hat, dem bieten ausgerechnet die Berliner Kreativen von Dojo jetzt mit einer gewohnt abgefahrenen Werbeaktion Inspirationshilfe. Für den Online-Händler Maskworld hat die Agentur in der Kölner Innenstadt mehrere Plakate großer Werbungtreibender kurzerhand umgestaltet und mit spaßigen Kostümen verkleidet. HORIZONT Online erklärt, was hinter der vermeintlichen Adbusting-Kampagne steckt.
Außenwerbung kann so spannend und kreativ sein. In vielen Fällen sind die ewig gleichen generischen Motive in Großstädten aber einfach nur öde und ermüdend. Das weiß natürlich auch Dojo und hat für den Berliner Kostüm-Bestelldienst Maskworld eine genauso ungewöhnliche wie aufmerksamkeitsstarke Kampagne entwickelt - und die Plakate von großen Marken wie Parship, Tanqueray Gin, ZDF, McFit und N26 kurzerhand umgestaltet (siehe Galerie unten). Statt eines attraktiven Models ist auf dem Parship-Motiv zum Beispiel ein Mensch mit Pferdemaske zu sehen, daneben ist der bekannte Slogan des Datingportals entsprechend überklebt und erscheint abgewandelt: "Alle elf Minuten verkleidet sich ein Single über Maskworld." Auf ganz ähnliche Weise wird Scooby Doo auf einem anderen Plakat zum N26-Kunden, Batman wird ebenfalls zum Parship-Single und im ZDF bricht der Hai-Alarm im Abendprogramm aus. Und stets wird gut sichtbar das Maskworld-Logo mit dem Claim "Kostüme für alle" platziert, das hier ganz offensichtlich wörtlich genommen wird.

Maskworld: Die Kostüm-Plakate von Dojo


Der Auftritt in der Kölner Innenstadt soll laut Dojo und Maskworld eine ganz persönliche Antwort auf langweilige Out-of-Home-Werbung sein. Dabei ist der Zeitpunkt der Kampagne in der Karnevalszeit natürlich perfekt gewählt - und dürfte dem Kostümhändler rund eine Woche vor Weiberfastnacht reichlich überregionale Bekanntheit und einen Absatzsprung bescheren.


"Kostüme und Werbung haben eines gemeinsam: Sie sollten beim Betrachter für ein Lächeln sorgen. Weil das bei letzterem leider oft nicht der Fall ist, haben wir ein bisschen nachgeholfen. Mit ein paar Kölsch - und unserem neuen Lieblingskunden. Und, um mal Gandhi zu zitieren: Ist Werbung nicht eigentlich ohnehin nur ein Kostüm für Produkte?", sagt Joachim Bosse, Gründer und Kreativgeschäftsfüher von Dojo.

Allerdings schweigt sich Bosse auf Nachfrage von HORIZONT Online darüber aus, ob es sich bei der Aktion um Adbusting - also die Verfremdung, das Umgestalten oder das Überkleben von Werbung im öffentlichen Raum - handelt, das grundsätzlich juristisch strafbar ist, oder ob die Agentur die bestehenden Motive der Werbungtreibenden kopiert und anschließend mit den Maskworld-Slogans überklebt hat. Aus rechtlicher Sicht und bei genauem Hinsehen spricht vieles für letzteres. "Sagen wir es so: Es war Chirurgie am offenen Plakat", so Bosse. "Wir haben die Motive verkleidet, damit sie mehr Spaß machen. Wieso sollten zu Karneval nur Menschen Kostüme tragen dürfen? Mein Anwalt wäre enttäuscht, wenn ich alle unsere Geheimnisse verrate. Nur so viel, wenn die Polizei mich sucht, weiß sie, wo sie mich findet: auf Parship.de." "Maskworld existiert, um Spaß zu machen - so wie der Kölner Karneval! Da war es für uns schnell klar, dass dieses Jahr wirklich jeder Spaß haben soll. Vor allem die Marken und Produkte, die sich jetzt auch mal von einer ganz neuen, spannenden Seite zeigen können – auch wenn sie uns nicht darum gebeten haben", sagt Maskworld-CEO Georg M. Dittrich. "Und falls jemand böse ist: Gerne Polizei-Kostüm bei uns kaufen. Das kommt noch pünktlich zur fünften Jahreszeit an."


Maskworld wurde 1999 in Berlin gegründet und bietet Kostüme und Verkleidungen sowohl für jedermann als auch für professionelle Anwender aus der Theater- und Filmbranche an. Das mittelständische Unternehmen beschäftigt aktuell 120 festangestellte Mitarbeiter, die in Spitzenzeiten von bis zu 400 Saisonkräften unterstützt werden. Viele der Produkte werden laut dem Unternehmen selbst entwickelt und in Deutschland handgefertigt. tt
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