Umfrage

Sollen Pitches bezahlt werden?

Agenturmatching.de-Gründer Roitzsch will die Pitchanbahnung einfacher machen
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Agenturmatching.de-Gründer Roitzsch will die Pitchanbahnung einfacher machen
Kostenlose Pitches sind ein altes Leid-Thema in der Agenturszene. Für die HORIZONT-Online-Leser ist klar: Pitches müssen vergütet werden.

„Soll man Agenturen im Rahmen eines Pitches bezahlen?“ Diese Frage stellten HORIZONT Online,  die Agentur-Vermittlungsplattform Agenturmatching.de und der Agenturdachverband GWA. Fast 3500 Leser beteiligten sich an der Umfrage, die über die Meinungsplattform Opinary umgesetzt wurde. Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig: 21 Prozent der Leser sind zwar der Auffassung, dass die Kosten eines Pitches die Agenturen selbst zu tragen haben. Aber: Über 71 Prozent der HORIZONT-Online-Leser sind der Meinung: Für ihren Aufwand müssen Agenturen bezahlt werden.



Axel Roitzsch, Co-Gründer von Agenturmatching: "Erfolgreiche Zusammenarbeit entsteht durch gegenseitiges Vertrauen. Wenn Vertrauen schon zu Beginn verspielt wird, bspw. weil Auftraggeber eine Agentur nicht auf Augenhöhe, sondern als kostenlose Ideenschleuder behandelt, wird darunter die gesamte weitere Zusammenarbeit leiden – und die Chance auf große Erfolge geschmälert."

Das Ergebnis dürfte auch den GWA, Kooperationspartner bei der Umfrage, zufrieden stellen: "Die Teilnahme an Pitches ist für eine Agentur in der Regel mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Auch wenn Pitch-Honorare diesen Aufwand praktisch nie abdecken, so sind sie doch ein wichtiges Signal für die Ernsthaftigkeit einer Anfrage," so der Agenturverband.


Und was sagen die Agenturen selbst? "Das Pitchhonorar stellt eine Aufwandsentschädigung dar, die den Aufwand nicht entschädigt. Es ist allenfalls eine höfliche Geste. Wer zu dieser Geste nicht bereit ist, sollte auch keine außergewöhnlichen Leistungen erwarten", meint Bent Rosinski von Lukas Lindemann Rosinski rigoros. Timo Schneckenburger von HD Plus sagt: "Kreative Leistungen haben einen Wert. Wer diese einfordert – auch im Pitch – sollte diese auch entlohnen. Das ist unser Selbstverständnis." Für Peter Brawand von Brawand Rieken ist eine Pitch Fee ein klares Signal dafür, dass der Kunden letzten Endes die Qualität der Arbeit über den Preis stellt.

Differenziert stellt Hanno Waldhauser, CSL Behring, die Problematik dar: "Grundsätzlich ist das für mich eine Frage des Projektes. Man sollte hinterfragen, ob ein Pitch überhaupt notwendig ist, oder man auch beispielsweise durch einen gemeinsamen Workshop mit einer potentiellen Agentur ein gutes Gefühl für deren Leistungsfähigkeit und die richtige Chemie bekommt. Wenn es dann für wichtige und langfristigere Projekte doch ein Pitch sein soll, dann sollte man auch bereit sein die Vorleistung der Agentur für einen wirklich ausgearbeiteten Pitch zu honorieren.“

 

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