Umfrage

DDV-Mitglieder beklagen Umsatzeinbußen durch DSGVO

DDV-Präsidnet Patrick Tapp kritisiert die Einführung der DSGVO
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DDV-Präsidnet Patrick Tapp kritisiert die Einführung der DSGVO
Vor wenigen Wochen hatte die französische Werbeholing Publicis erstaunlich schwache Quartalszahlen vorgelegt. Als einen Grund für die enttäuschende Bilanz führte Konzernchef Arthur Sadoun Unsicherheiten an, die durch die verbindliche EU-weite Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) entstanden seien. Das wollte der Deutsche Dialogmarketing Verband (DDV) genauer untersuchen und hat eine Umfrage zu den Auswirkungen der DSGVO auf den Umsatz seiner Mitgliedsfirmen gestartet.
Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Rund zwei Drittel der Teilnehmer (n=112 Firmen, rund 90 Prozent davon Dienstleister) rechnen mit einer Veränderung ihres Umsatzes durch die Einführung der entsprechenden Verordnung. 92 Prozent von ihnen geben an, dass der Umsatz sinken wird, und zwar im Durchschnitt um 16 Prozent. Zudem beklagen die DDV-Mitglieder einen deutlich gestiegenen zeitlichen und bürokratischen Aufwand bei der Umsetzung der Vorgaben der DSGVO, Verunsicherung bei den Verbrauchern und höhere Kosten durch das Aufsetzen neuer Prozesse und die Nutzung von Rechtsberatung.

"Die Ergebnisse sind alarmierend. Sie legen offen, dass die wirtschaftlichen Folgen vom Gesetzgeber unzureichend bedacht wurden", sagt DDV-Präsident Patrick Tapp. Bei der konkreten Umsetzung der neueN Regelungen fehle eine klare Struktur und staatliche Unterstützung. Darüber hinaus gebe es insbesondere im Bereich Dialogmarketing weiterhin mehr Fragen als Antworten, beklagt der Verbandsmanager. Zusammen mit anderen Lobbyisten fordert Tapp das Bundesinnenministerium auf, bei der aktuellen Anpassung des Bundesdatenschutzgesetzes die bei der Einführung der DSGVO gemachten Erfahrungen kritisch zu berücksichtigen. mam


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