Übernahme

Fischer-Appelt kauft Philipp und Keuntje

Machen gemeinsame Sache: Dominik Philipp, Andreas Fischer-Appelt und Hartwig Keuntje (vl.l)
© Fischer-Appelt
Machen gemeinsame Sache: Dominik Philipp, Andreas Fischer-Appelt und Hartwig Keuntje (vl.l)
Im Agenturmarkt gibt es den nächsten großen Deal. Die Hamburger Werbeagentur Philipp und Keuntje (PUK) wird verkauft. Diesmal ist der Käufer aber keine IT-Beratung und auch kein internationales Network, sondern eine inhabergeführte Agenturgruppe: Fischer-Appelt. Sie übernimmt rückwirkend zum 31. Dezember 2018 die Mehrheit der Anteile. Die Agenturmarke PUK bleibt erhalten, auch das Management um den operativen Agenturchef Torben Hansen macht weiter. Die Gründer Dominik Philipp und Hartwig Keuntje übernehmen Aufgaben auf Gruppenebene.
Mit der Akquisition von PUK will Fischer-Appelt seine Kompetenz im Bereich Markenführung und Werbung ausbauen. "Wir streben an, das am tiefsten integrierte Kommunikations- und Marketingprodukt anzubieten. Zusammen mit PUK machen wir einen großen Schritt in diese Richtung", sagt Co-Gründer Andreas Fischer-Appelt. Durch den Deal vergrößert die 1986 als PR-Agentur gestartete Gruppe nicht nur ihr inhaltliches Angebot, sondern auch Umsatz und Mitarbeiterzahl. Fischer-Appelt erzielte zuletzt mit rund 500 Mitarbeitern einen Honorarumsatz von fast 60 Millionen Euro, bei PUK waren es rund 200 Angestellte und ein Honorarumsatz von 20 Millionen Euro. Aktuell wäre man damit zusammengerechnet nach Umsatz der drittgrößte inhabergeführte Agenturverbund in Deutschland.
„Wir streben an, das am tiefsten integrierte Kommunikations- und Marketingprodukt anzubieten.“
Andreas Fischer-Appelt, Co-Gründer Fischer-Appelt
Über den Kaufpreis und die genaue Anteilsverteilung haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart. Nur so viel ist bekannt: Fischer-Appelt übernimmt die Mehrheit, zudem wird das Management von PUK beteiligt. Neben Hansen, der bislang schon Anteile hielt, gilt das künftig auch für die Geschäftsführer Diether Kerner (Kreation), Oliver Kielinski (Beratung) und Wolfgang Block (Publishing und Content). Auch die Gründer Dominik Philipp und Hartwirg Keuntje bleiben beteiligt, übernehmen aber neue Rollen. Philipp wechselt in den Aufsichtsrat der Fischer-Appelt-Gruppe, Keuntje wird deren Kreativchef. Operativ kümmert sich federführend Vorstandsmitglied Franziska von Lewinski um die Zusammenarbeit mit der neuen Tochterfirma, die auch eng mit dem bestehenden Werbeableger Fischer-Appelt Advertising kooperieren soll.


PUK gehört zu den bekanntesten inhabergeführten Werbeagenturen in Deutschland. 2013 kürte die HORIZONT-Jury Co-Gründer Keuntje und Geschäftsführer Hansen zu den "Agenturmännern des Jahres". Zuletzt holperte es allerdings etwas. 2017 war kein gutes Jahr für PUK, damals schrieb man sogar rote Zahlen. 2018 lief nach Auskunft von Manager Hansen aber wieder deutlich besser, sodass von einem Verkauf aus wirtschaftlichen Gründen keine Rede sein könne. "Es geht ganz klar um nachhaltiges dynamisches Wachstum für beide Seiten", sagt Hansen.

Eine weitere Motivation für den Verkauf ist zudem, eine Nachfolgelösung für die Gründer aufzusetzen. Beide werden im kommenden Jahr 60. Philipp und Keuntje haben die Agentur vor 20 Jahren gestartet. Davor arbeiteten sie als Team bei Jung von Matt. Zu den Kunden ihrer Agentur gehören Audi, Astra, Deutsche Bank, DAK und Kühne. "Wir sind alle überzeugt von der Überlegenheit des unternehmerischen Modells", begründet Philipp den Verkauf an Fischer-Appelt. Die Agentur Kolle Rebbe, über viele Jahre ein enger Wegbegleiter von PUK, hatte sich im vorigen Jahr für eine andere Lösung entschieden und ist unter das Dach der IT-Beratung Accenture beziehungsweise von deren Digitalagentursparte Accenture Interactive geschlüpft. mam
stats