Thomas Strerath im Interview

"Viele Agenturen haben einen sehr beschränkten Blick aufs Thema Technologie"

Thomas Strerath
© Olaf Ballnus
Thomas Strerath
Thomas Strerath holt zum Rundumschlag aus: Die Mediaagenturen stehen vor einem "langsamen und langweiligen Niedergang", die Werbeagenturen haben viel noch nicht richtig verstanden, Google und Facebook gehören strenger reguliert und bei Content Marketing ist "zu viel Politik" im Spiel.

Wer hat Angst vor Thomas Strerath? Kein deutscher Agenturmanager provoziert so gerne und so gekonnt wie das ehemalige Vorstandsmitglied von Jung von Matt - und meistens, das muss man ja zugestehen, liegt er ziemlich richtig. Seine große Analyse "Der Amazon-Crash" in HORIZONT vor gut einem Jahr etwa gilt nach wie vor als wegweisend. Dass er vor allem auf Facebook auch Widerspruch einstecken muss, kommentiert Strerath unbeeindruckt so: "In Social Media herrschen rauere Sitten als auf dem Medienkongress von HORIZONT. Konformismus hilft niemandem."

Im Interview mit HORIZONT findet Strerath aber auch viel anerkennende Worte - vor allem für Martin Sorrell. Auch Gruner+Jahr-Chefin Julia Jäkel, die jüngst Facebook hart attackiert und von den Werbungtreibenden mehr gesellschaftliche Verantwortung eingefordert hatte, erhält seine Unterstützung: "Es reicht nicht, zu Weihnachten einen sozialverantwortlichen Film zu zeigen. Ruhe ist schon lange nicht mehr erste Bürgerpflicht."

Thomas Strerath 2016
© Olaf Ballnus
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Der Amazon-Crash

Ist Amazon die nächste große Revolution, mit der sich die Werbeindustrie konfrontiert sieht? Absolut. Wie genau sie abläuft und was das alles für die Werbungtreibenden bedeutet, analysiert JvM-Boss Thomas Strerath in einem Gastbeitrag für HORIZONT Online.

Herr Strerath, welcher der folgenden beiden Aussagen stimmen Sie zu: Die Dominanz von Google, Facebook und Amazon ist für die Werbeindustrie ein Segen, weil sie die effizientesten Werbe-Plattformen bieten, die es jemals gab. Oder: Die Dominanz der US-Giganten wird auch für die Werbungtreibenden zunehmend zum Problem, weil sie in eine gefährliche Abhängigkeit geraten. Selbstredend trifft die zweite Aussage zu. Aber nicht nur für die Werbungtreibenden, sondern auch für die westlichen Gesellschaften, deren Grundprinzipien soziale Marktwirtschaft, indirekte parlamentarische Demokratie und Gewaltenteilung sind.

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