Syzygy

CEO Lars Lehne geht - keine Einigung über neue Vertragslaufzeit

Lars Lehne hört als CEO von Syzygy spätestens im März 2020 auf
© Raimar von Wienskowski
Lars Lehne hört als CEO von Syzygy spätestens im März 2020 auf
Spekuliert wurde darüber schon länger, jetzt gibt es Gewissheit: Lars Lehne, seit Juli 2016 Chef der Digitalagenturgruppe Syzygy, wird die WPP-Tochter verlassen. Wie es in einer offiziellen Mitteilung heißt, erfolgt der Schritt zum März 2020 in beiderseitigem Einvernehmen. Bis zu seinem Ausscheiden soll der 50-Jährige die Geschäfte zusammen mit seinen beiden Vorstandskollegen Frank Ladner und Erwin Greiner sowie dem lokalen Management weiterführen. In dieser Zeit will der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Wilfried Beeck einen Nachfolger für Lehne suchen.
Das Unternehmen begleitet die Ankündigung des Ausstiegs mit warmen Worten. "Wir bedanken uns bei Herrn Lehne für seine hervorragende Arbeit. Die Umstrukturierungen und Zukäufe der vergangenen Jahre haben die Gruppe für eine erfolgreiche Zukunft ausgerichtet", sagt Beeck. In die Amtszeit von Lehne fällt unter anderem die Übernahme der Strategieagentur Diffferent. Auch der Manager spricht von einer "fantastischen Zeit, in der ich Syzygy dienen durfte". Wenn man zwischen den Zeilen liest, wird aber deutlich, dass das Verhältnis zwischen CEO und Agentur, vor allem zu Mehrheitsaktionär WPP, zuletzt nicht ungetrübt war. So bedankt sich Lehne ausdrücklich bei seinen Kollegen und dem Aufsichtsrat - nicht aber bei der britischen Werbeholding.


Mit ihr konnte er sich letztlich wohl nicht über die Laufzeit eines möglichen neuen Vertrags einigen, weshalb es nun zur Trennung kommt. Dem Vernehmen nach wollte Syzygy den Kontrakt mit Lehne nur um ein Jahr verlängern, der CEO forderte dagegen ein neues Mandat für drei Jahre. Die von WPP angebotene kurze Vertragslaufzeit spricht dafür, dass sich der Konzern alle Optionen für die Digitalagentur offenhalten will. Aktuell agiert Syzygy eigenständig unter dem Dach der Holding. Ob das dauerhaft so bleibt, ist unklar.

Schon seit einiger Zeit kursieren Gerüchte, dass die Firma mit einer anderen WPP-Marke zusammengelegt werden könnte. Zwischenzeitlich gab es offenbar die Idee für einen Merger mit der Schwesteragentur Wunderman. Nach der Ende 2018 beschlossenen weltweiten Fusion von Wunderman und J. Walter Thompson verschwanden diese Pläne allerdings wieder vom Tisch. Angesichts der angespannten Situation in einigen Märkten, vor allem in den USA, sowie bei der wichtigen Mediasparte Group M hat WPP derzeit aber ohnehin erst mal größere Baustellen als Syzygy.


Dort waren die Zahlen zuletzt allerdings auch nicht berauschend. Der Umsatz im 2. Quartal sank um 5 Prozent, die Ebit-Marge um 1,5 Punkte auf 8,6 Prozent. Nimmt man das 1. Halbjahr, verringert sich das Umsatzminus auf 2 Prozent. Die Marge für diesen Zeitraum liegt bei 8,9 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet Syzygy mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau - damals wurden Umsatzerlöse in Höhe von 65,8 Millionen Eruo erzielt - und einer Marge zwischen 8 bis 9 Prozent.

Lehne kam seinerzeit von Google zu Syzygy. Bei dem deutschen Ableger des Suchmaschinenkonzerns betreute er zunächst das Agenturgeschäft, später stieg er zum Director Media & Technology auf. Vor seiner Zeit bei Google arbeitete Lehne schon einmal auf Agenturseite, unter anderem bei der Group M. Weitere Station war der verlag Gruner + Jahr. mam
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