Storytelling

Florian Meimberg verwandelt seine Tiny Tales in Micro Movies

   Artikel anhören
Mit den "Micro Movies" erzählt Regisseur Florian Meimberg die Erfolgsstory seiner "Tiny Tales" auf filmische Weise weiter
© Florian Meimberg
Mit den "Micro Movies" erzählt Regisseur Florian Meimberg die Erfolgsstory seiner "Tiny Tales" auf filmische Weise weiter
Werbefilmregisseur Florian Meimberg feiert ein ganz besonders Jubiläum: Zum 10. Geburtstag seiner "Tiny Tales" hat er vier dieser preisgekrönten Kurzgeschichten verfilmt. Ab 2009 schrieb Meimberg auf Twitter hunderte 140-Zeichen-Romane, die er schließlich sogar in Buchform veröffentlichte.
2010 gewann das ADC-Mitglied den Grimme Online Preis für diese Idee. Die "Bild"-Zeitung betitelte ihn daraufhin als "Twitter-Goethe", er war zu Gast bei Stefan Raabs damaliger Sendung "TV Total" und binnen kürzester Zeit war die erste Auflage der seines Buches "Auf die Länge kommt es an" ausverkauft. Spätestens da war die Idee geborgen, einige seiner Geschichten zu verfilmen. Schließlich ist es Meimbergs tägliches Brot, als Werbefilmregisseur verdichtete Stories in bewegte Bilder zu packen.


Allerdings galt es, ein Team zu finden, dass die Leidenschaft mitbringt, um das Projekt "Micro Movies - die kürzesten Spielfilme der Welt" neben dem Tagesgeschäft zu unterstützen. Meimberg erzählt, dass er die Idee jahrelang mit sich herumgetragen und zwischendurch auch immer wieder mit unterschiedlichen Produktionsfirmen darüber gesprochen hat. Die Hamburger Firma Lippert Waterkotte war es schließlich die sich begeistert dazu bereit erklärt hat, die Mini-Spielfilme zu produzieren.

Am Ende ist es Meimberg gelungen, ein ganzes Team von professionellen Filmschaffenden zusammenzutrommeln, das Lust auf sein Vorhaben hatte und sich nicht von dem doch sehr begrenzten Budgets hat abschrecken lassen. Neben Meimberg, der natürlich selbst Regie geführt hat, sind unter anderem Kameramann Peter MeyerMatheis Casting für das Casting, 2wei Music für die Musik, NHB für das Sound Design und Pirates ’N Paradise für die Postproduktion an Bord.


Von den Filmen erhofft sich Meimberg einerseits Werbung in eigener Sachen. Er wolle der Branche damit von seinen Storytelling-Qualitäten überzeugen und demonstrieren, dass er nicht nur Vignettenfilme kann, für die er in der Vergangenheit häufig gebucht wurde. Andererseits sind die Micro Movies genau wie zuvor die Tiny Tales für ihn eine künstlerische Ausdrucksweise und der Versuch, Geschichten auf unerwartete Weise zu erzählen.

Folgende vier Tiny Tales bilden die Grundlage für die Filme: 

1) Die Linie war blau. Schwanger. Sie ging zurück ins Schlafzimmer, glitt ins Bett, schmiegte sich an seinen warmen Körper. "Du wirst Onkel."
 
2) "Nein." sagte er. Der Lügendetektor surrte unbeeindruckt. "Von einem Androiden-Projekt weiß ich nichts." Lautlos justierte er seine CPU. 
3) Liz klopfte an die Tür von Zimmer 9. Das Roomservice-Rollenspiel für 250 extra. Ein guter Tag. In ihrer Tasche lag der Zettel mit der Nr. 6.


4) Klara musterte den seltsamen Mann. "Welcher Adolf? Ich habe überhaupt keinen Sohn!" Der Fremde lächelte. "NOCH nicht." sagte er und schoss.
bu



stats