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Matthias Schrader übergibt die Führung an ein Team um Axel Averdung

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Die neue Führung von Sinner Schrader um Sprecher Axel Averdung (rechts)
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Die neue Führung von Sinner Schrader um Sprecher Axel Averdung (rechts)
Bei der Digitalagenturgruppe Sinner Schrader gibt es einen Führungswechsel. Co-Gründer Matthias Schrader scheidet aus der Geschäftsführung aus und übergibt das Zepter an ein Managementteam um Sprecher Axel Averdung. Schrader, der seit 2018 in Personalunion die Geschäfte von Sinner Schader und der Muttergesellschaft Accenture Interactive in der DACH-Region und in Russland leitet, wird sich künftig auf seine Aufgaben auf Gruppenebene konzentrieren. An ihn berichten die Chefs der einzelnen Tochterfirmen.
Was nach außen wie ein großer Einschnitt wirkt, ist intern wohl schon länger geübte Praxis. Denn auch wenn Schrader bei der Agentur, die seinen Namen in der Firmierung trägt, bis zuletzt eine besondere Stellung hatte und wohl auch weiter haben wird, wurde das operative Geschäft bereits von anderen Leuten geführt. "Das Führungsteam, das in den letzten Jahren maßgeblich zum nachhaltigen Agenturerfolg beigetragen hat, übernimmt jetzt auch die volle Verantwortung für die Geschicke der Agentur", sagt der neue Sprecher Averdung.


Das geänderte Führungsmodell ist seit dem Start des neuen Geschäftsjahres wirksam, das bei Sinner Schrader am 1. September begonnen hat. Neben Sprecher Averdung, der für die Themen Strategie und Data verantwortlich ist, gehören dem Managementteam sechs weitere Personen an: Holger Blank (Technology), Kristina Bonitz (Innovation), Philipp Kafkoulas (Design), Florian Langmack (Product Management), Sven Schmiede (Account) und Pia Schott (Content).
„Wir verstehen uns als gleichberechtigtes Team, an dessen Spitze ich als Sprecher in der Geschäftsführung die Repräsentations- und Koordinationsaufgaben übernehme.“
Axel Averdung
Als neuer starker Mann der Agentur will sich Averdung nicht positionieren. "Wir verstehen uns als gleichberechtigtes Team, an dessen Spitze ich als Sprecher in der Geschäftsführung die Repräsentations- und Koordinationsaufgaben übernehme", betont er. Zugleich hat er ziemlich genaue Vorstellungen davon, welche Themen er künftig forcieren will. Dazu gehören der Ausbau des Angebots für strategische Beratung, Servicedesign, Plattformentwicklung, Kommunikation und Content.

Wirtschaftlich hat sich die Agentur offenbar gut entwickelt. Nach eigener Auskunft war das zum 31. August 2020 beendete Geschäftsjahr das erfolgreichste der Firmengeschichte. "Die Corona-Krise hat der digitalen Transformation einen Schub gegeben. Digitale Produkte und Plattformen werden wichtiger denn je, davon hat unser Geschäft sicherlich auch profitiert", sagt Averdung. Konkrete Zahlen darf er vor Veröffentlichung des Geschäftsberichts allerdings nicht nennen – Sinner Schrader ist trotz des beabsichtigten Delistings nach wie vor börsennotiert. Im Jahr zuvor meldete die Agentur einen Nettoumsatz von 65 Millionen Euro.
Die neue Führung von Sinner Schrader
Axel Averdung (Sprecher), Geschäftsführer Strategy und Data
Holger Blank, Geschäftsführer Technology, Product Engineering & Development
Kristina Bonitz, Geschäftsführerin Innovation, Service & Business Design
Philipp Kafkoulas, Geschäftsführer Product Design (u.a. verantwortlich für die Marke Audi)
Florian Langmack, Geschäftsführer Product Management und Customer Experience (u.a. verantwortlich für die Marke VW)
Sven Schmiede, Geschäftsführer Client Management und mobile Services
Pia Schott, Geschäftsführerin Content und Marketing Growth


Weniger erfreulich ist für die Verantwortlichen die Entscheidung von BMW. Der Autobauer hat sich gegen eine Zusammenarbeit mit der Muttergesellschaft Accenture entschieden, bei der womöglich auch Sinner Schrader eine Rolle spielt hätte. Averdung will sich nicht zum Thema äußern. Eine Beteiligung der Agentur wäre allerdings nicht ganz leicht geworden. Sinner Schrader arbeitet bereits für den Volkswagen-Konzern. Bei dessen Tochter Audi ist ein Team um Co-Geschäftsführer Kafkoulas sogar digitale Leadagentur. mam
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