Roland Lambrette

Der Meister der Markeninszenierungen

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Der Art Directors Club für Deutschland ehrt Roland Lambrette für sein Lebenswerk
© Sebastian Cunitz
Der Art Directors Club für Deutschland ehrt Roland Lambrette für sein Lebenswerk
Er gehört nicht gerade zu den Lautsprechern der Branche. Roland Lambrette lässt lieber seine Arbeiten für sich sprechen. Und das seit mehr als 30 Jahren mit großem Erfolg. Dafür erhält der Co-Gründer des Frankfurter Atelier Markgraph heute Abend vom Art Directors Club für Deutschland den Preis für sein Lebenswerk.

Die Projekte von Lambrettes Agentur haben zweifellos Maßstäbe im Bereich der räumlichen Inszenierung gesetzt. Unvergessen ist beispielsweise die Bespielung der Frankfurter Skyline als überdimensionales Bühnenbild für die Fußball Weltmeisterschaft 2006. Nur ein Jahr später hat er im Auftrag von Mercedes auf der Internationalen Automobilausstellung mit "Road to the Future" ein unübersehbares Zeichen für Nachhaltigkeit gesetzt. Es ist nur eine von vielen Arbeiten für den Stuttgarter Automobilhersteller, mit dem Lambrette internationale Bechmarks im Hinblick auf spektakuläre Markeninszenierungen gesetzt hat. Daneben hat seine Agentur mit neuen Wegen in der Themenkommunikation für Museen eine Vorreiterrolle eingenommen. 



"Wir verknüpfen die zu kommunizierenden Themen mit gesellschaftlichen Entwicklungen", sagt Lambrette. "Es geht darum, Beiträge zur Wahrnehmung der Welt zu schaffen – im besten Fall mit Relevanz für jeden einzelnen Besucher." Das gelingt fast immer mit Bravour und zieht nicht nur Besucher, sondern auch Award-Jurys in den Bann. Es gibt kaum einen Kreativpreis, den Roland Lambrette und sein Atelier Markgraph nicht abgeräumt haben. Das langjährige ADC-Mitglied zählt sogar zu den wenigen deutschen Kreativen, die einen Black Pencil der D&AD Global Awards ihr eigen nennen können. Voriges Jahr gab es unter anderem einmal Gold und zweimal Silber beim ADC-Wettbewerb für die Mercedes-Benz Dialog-Plattform auf der IAA 2017.

Ce+Co-Geschäftsführer Cedric Ebener, im ADC-Präsidium verantwortlich für den Fachbereich Event & Kommunikation im Raum, sagt über seinen Branchenkollegen: "Roland ist ein Empath, und ein Visionär. Und zwar in genau der Reihenfolge. Diese Sorte Mensch brauchen wir in der Branche. Und in der Gesellschaft. Um uns orientieren zu können und um weiter zu kommen." Normalerweise würden Vertreter seiner Disziplin hinter den von ihnen inszenierten Themen und Produkten eher im Hintergrund bleiben. Ihn freue es deshalb umso mehr, dass es heute Abend eine Ausnahme gibt und Lambrette auf der ADC-Bühne für sein Lebenswerk geehrt wird.


Das Tagesgeschäft hat der Ehrenpreisträger mittlerweile hinter sich gelassen. Die von ihm, Rolf Engel und Meinhard Hutschenreuther gegründete Agentur wird inzwischen von dem Geschäftsführertrio Lars Uwe Bleher, Tom Schubert und Stefan Weil geführt. Aktiv ist Lambrette aber immer noch. Der studierte Pädagoge hat zurück zu seinen Wurzeln gefunden und "gibt heute seinen Mut zum Experimentieren", wie es Ebener nennt, als Rektor der Hochschule für Künste in Bremen an die Studierenden weiter. bu

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