Rekordjahr

Serviceplan wächst stärker als der Markt

Florian Haller fährt mit seiner Agenturgruppe Serviceplan weiter satte Gewinne ein
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Florian Haller fährt mit seiner Agenturgruppe Serviceplan weiter satte Gewinne ein
Die Serviceplan-Gruppe hat einmal mehr ein Rekordjahr abgeschlossen und steigert den Gesamtumsatz auf 415 Millionen Euro. Das Plus im Geschäftsjahr 2017/2018 fällt mit rund 7 Prozent zwar nicht mehr ganz so üppig aus wie im Vorjahr (14 Prozent), dennoch liegt die inhabergeführte Agenturgruppe damit weit über dem Branchendurchschnitt: Das Gros der deutschen Werbe- und Kommunikationsagenturen hatte im diesjährigen GWA-Frühjahrsmonitor ein Umsatzplus von lediglich einem Prozent prognostiziert.

Serviceplan-Hauptgeschäftsführer Florian Haller zeigt sich zufrieden: "Angesichts der wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen haben wir ein tolles Jahr hingelegt." Zu den Wachstumstreibern der Gruppe zählen die internationalen Ableger, die rund 10 Prozent auf 91 Millionen Euro zugelegt haben, die Digitaltochter Plan.Net mit einem Plus von rund 5 Prozent auf 103 Millionen Euro und Mediaplus, die ihren Umsatz um 6,8 Prozent auf 94 Millionen Euro erhöhen könnte. Bei letzterem sind die Ergebnisse der Facit-Gruppe enthalten. Plan.Net und Mediaplus sind zugleich die beiden stärksten Säulen innerhalb der Serviceplan-Gruppe. Sie tragen 25 respektive 23 Prozent zum Gesamtumsatz bei.



Steil bergauf ging es auch für die Unternehmenstochter Saint Elmo’s: Das satte Plus von 58,3 Prozent ist allerdings zu zwei Dritteln auf ein anorganisches Wachstum zurückzuführen. Erstmals wurden hier die Umsätze der 2017 aus der Beteiligung an Prodinger GFB entstandenen Tourismusmarketingagentur Saint Elmo’s Travel sowie der Übernahme von Aimaq von Lobenstein konsolidiert.

Die Stammmarke Serviceplan geht Plus-Minus-Null aus dem Geschäftsjahr 2017/2018 heraus. Für Haller ist das durchaus positiv zu bewerten, immerhin musste die Gruppe im Vorjahr die Verlust der beiden großen Etats Lufthansa Dialog und Saturn verkraften. Diesen Rückschlag habe man mit Neugeschäft erfolgreich kompensieren können. Kunden wie T-Systems, MAN, BMW Aftersales und der Kunststoff-Produzent Krauss Maffaei stehen neu auf der Kundenliste.


Gruppenübergreifend seien rund 50 Etats neu hinzugekommen. Dazu zählen außerdem Beck’s, BSH, Bausparkasse Schwäbisch Hall, Clever Fit, Nürnberger Versicherung, Dr. Beckmann und Almdudler sowie international Tencent (China); Auchan (Frankreich), Ferrero (Italien), Netflix (Spanien) und Key Me. Bei letzterem handelt es sich um einen aufstrebenden US-Kunden, der von der New Yorker Niederlassung betreut wird.

Serviceplan ist seit Anfang Mai mit einem eigenen Haus der Kommunikation im Big Apple präsent. Dies sei nicht nur ein weiterer Meilenstein in der Expansionsstrategie der Gruppe, sondern auch die Erfüllung eines persönlichen Traums, so Haller. Unter dem Dach der New Yorker Agentur sind die drei Hauptsäulen Kreation, Media und Digital vertreten: Serviceplan, MODco/Mediaplus und die Digitalagentur T3.

Mit der Neugründung in den USA sind auf Anhieb 65 Mitarbeiter hinzugekommen. Insgesamt ist die Zahl der Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahr um 600 auf rund 4000 gewachsen. Der hohe Anstieg resultiert vor allem aus dem Ausbau der internationalen Standorte.

Bleibt die Frage, ob es an dieser positiven Bilanz überhaupt einen Haken gibt? Da wäre allenfalls die Kreation zu nennen. Die erfolgsverwöhnte Agentur um den weltweiten Kreativchef Alexander Schill ist seit Jahren daran gewöhnt, einen Stammplatz unter den Top 3 im deutschen Kreativranking zu belegen. Ende 2017 reichte es sogar für Platz 2 im HORIZONT-Kreativranking. Dieses Jahr war der Start in die Award-Saison jedoch schwierig. Nach einem bescheidenen Ergebnis beim hiesigen ADC-Wettbewerb, konnte Serviceplan zwar bei den Cannes Lions aufholen und räumte mit seinen deutschen Ablegern acht Löwen ab. Im aktuellen Kreativradar von HORIZONT reicht es bislang dennoch nur für Platz 8. Haller ist aber überzeugt davon, dass hier bis Ende des Jahres noch was geht. Top 3 müsse das Ziel von Serviceplan sein.

Auf die Frage nach seinen weiteren Plänen angesprochen, gibt sich der expansionsfreudige Agenturchef überraschend zurückhaltend. Unser Motto für das kommende Geschäftsjahr lautet: "Stärker, nicht breiter. Wir wollen alles, was wir haben, qualitativ ausbauen und weiter vorankommen."

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