Raphael Brinkert

Flüchtlingskinder in Not sind wichtiger als Dschungelcamp und Royal Babies

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Die Bilder der Kinder auf den Motiven sind nur schwer zu ertragen
© Raphael Brinkert
Die Bilder der Kinder auf den Motiven sind nur schwer zu ertragen
Gestern hat sich die Mehrheit der Bundestags-Abgeordneten dagegen entschieden, schutzbedürftige Flüchtlinge aus den griechischen Lagern in Deutschland aufzunehmen. Raphael Brinkert will daran erinnern, dass es hierzulande nicht nur Platz zur Aufnahme dieser Menschen gibt - sondern auch die Bereitschaft. Auf den entsprechenden Motiven konfrontiert die Agentur die Deutschen mit ihren angesichts der humanitären Krise zweifelhaften Prioritäten.
Die Motive der Kampagne sind nur schwer zu ertragen: Weinende Kinder und Frauen, denen die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben steht. "Müssen wir erst ins Dschungelcamp gehen, damit ihr uns beachtet", heißt eine der Headlines, die einen ebenfalls schwer schlucken lassen.

Menschenrechts-Kampagne: Die Motive von Raphael Brinkert zum Drama auf Lesbos


Seit der türkische Präsident Erdogan die Grenze nach Griechenland öffnen ließ, wächst der Druck auf den EU-Staat. Nicht nur an Land kommt es zu dramatische Szenen an den Grenzübergängen. Auch über den Seeweg machen sich immer mehr Flüchtlinge auf den Weg nach Griechenland. Angespannt ist die Situation vor allem auf der Insel Lesbos, wo aktuell mehr als 20.000 Geflüchtete ausharren, darunter viele Frauen und Minderjährige. Auf die Lage auf Lesbos beziehen sich auch die Kampagnen-Motive.


In Deutschland hatte sich gestern der Bundestag mit der Situation in Griechenland befasst. Die Grünen hatten gefordert, dass Deutschland 5000 unbegleitete Kinder, Schwangere, alleinreisende Frauen oder schwer Traumatisierte aus den griechischen Flüchtlingslagern aufnimmt. Doch nur 117 Abgeordnete stimmten dafür, 495 Parlamentarier waren dagegen. CDU, SPD und FDP befürworten eine europäische Lösung statt eines deutschen "Alleinganges".

Doch gerade die EU zeige angesichts der sich verschärfenden Flüchtlings-Problematik keine Taten, kritisiert Raphael Brinkert. Umso wichtiger sei es, den Menschen den Ernst der Lage vor Augen zu führen: "Ja, die Kampagne ist vielleicht grenzwertig. Ja, die Kampagne polarisiert vielleicht. Aber, wisst ihr was noch grenzwertiger ist? Das wir seit Monaten zugucken", schreibt Brinkert auf Facebook. 
Ausgespielt wird die Kampagne vorerst über twitter.com/menschenrechte. Dabei handelt es sich laut Accountbeschreibung um "eine Initiative für die #Menschenrechte, unterstützt von Menschen aus Medien, Politik und Wirtschaft." Dazu zählen unter anderem Laut Gegen Nazis, Viactiv-CEO Reinhard Brücker oder Agenturchef Thomas Siepmann (TAS Emotional Marketing).


Auf dem Twitter-Account mache man in den kommenden Wochen "auf das Versagen der Politik aufmerksam" und wolle Initiativen zeigen, "die sich bereits heute vor Ort und aus Europa hinaus für die Kinder engagieren", heißt es in einem Tweet. Zudem sind laut Brinkert in den kommenden Wochen auch Aktionen in Berlin geplant.
Eine Initiative, die sich für die Flüchtlingshilfe stark macht, ist die Seebrücke. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss internationaler Akteure, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Auf den Motiven von Brinkerts Kampagne werden 140 deutsche Städte genannt, die sich bereit erklärt haben, Kinder aus Lesbos aufzunehmen. Dabei handelt es sich um die Städte, Gemeinden und Kommunen, die sich mit der Seebrücke solidarisch erklärt haben. Auf der Website der Organisation firmieren sie als "sichere Häfen"ire
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