Ranking-PR-Agenturen

Fischer-Appelt erstmals an der Spitze

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Vorstand Matthias Wesselmann freut sich über die Pole Position von Fischer-Appelt
© Fischer-Appelt
Vorstand Matthias Wesselmann freut sich über die Pole Position von Fischer-Appelt
Nach der Übernahme der Werbeagentur Philipp und Keuntje konnte sich die Fischer-Appelt-Gruppe bereits im Ranking der Inhaberagenturen auf Platz 3 vorschieben. Im Ranking für das PR-Geschäft, in dem der Firmenverbund ursprünglich mal begonnen hat, gelingt nun sogar der Sprung nach ganz oben. Mit einem Honorarvolumen von insgesamt 82,7 Millionen Euro lässt Fischer-Appelt den bisherigen Spitzenreiter MC Group deutlich hinter sich. Er war acht Jahre die Nummer 1.
Inklusive der Akquisition konnte die Hamburger Gruppe ihren Umsatz um über 40 Prozent steigern. Konkrete Zahlen für das organische Wachstum werden nicht genannt. Laut Auskunft von Vorstandsmitglied Matthias Wesselmann hat aber auch das PR-Geschäft allein zweistellig zugelegt. Insgesamt erzielt Fischer-Appelt rund 50 Prozent seines Umsatzes in diesem Bereich. Auch etwa die Hälfte der rund 700 Mitarbeiter ist dort tätig. "Ich freue mich riesig, dass wir die Spitzenposition in der PR einnehmen. Natürlich ist es originell, dass wir uns auch durch den Zusammenschluss mit einer renommierten und topkreativen Werbeagentur auf diese Rankingposition in der PR vorgearbeitet haben", kommentiert Wesselmann das gute Abschneiden.


Für die Rangliste haben die Initiatoren Gerhard Pfeffer/"PR-Journal" insgesamt 138 Agenturen erfasst. Zusammen kommen sie auf ein Honorarvolumen von 821 Millionen Euro und 7113 Mitarbeiter. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Wachstum von 8,8 Prozent beim Umsatz und 9,7 Prozent bei den Mitarbeitern. Diese Steigerung liegt weit über dem durchschnittlichen Zuwachs, den die Inhaberagenturen (plus 2 Prozent) verbuchen können.

Auch der GWA, in dem vor allem Werbeagenturen, aber auch Dienstleister aus anderen Kommunikationsdisziplinen organisiert sind, hatte für seine Mitglieder nur ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 1,5 Prozent ermittelt. Inwieweit es im vorigen Jahr tatsächlich eine Sonderkonjunktur im PR-Bereich gegeben hat, ist offen. Nicht alle Marktteilnehmer halten sämtliche Umsatzangaben der PR-Agenturen für plausibel. Knapp 22 Prozent der Einreicher beziehungsweise erfassten Anbieter lassen ihre Zahlen testieren.


Die 30 größten PR-Agenturen

Rang 2019AgenturHonorarumsatz 2019 in Mio. €Veränderung in %Mitarbeiter
1Fischer-Appelt Gruppe82,7040,9714
2MC Group63,022,10347
3Edelman*40,75-15314
4Ketchum (1)34,060262
5Serviceplan Content Group28,6819,1214
6Achtung! Gruppe*27,8345,5174
7Oliver Schrott*27,80-4,5238
8Burson Cohn & Wolfe (1)24,9721227
9Weber-Shandwick (1)24,3814,5178
10Faktor 3*20,1410,6221
11Ressourcenmangel*20,0812,4223
12Hiil + Knowlton Strategies (1)13,30-2,494
13Orca Agenturgruppe13,2011795
14Faktenkontor11,600100
15Palmer Hargreaves*11,4511,9133
16Haebmau11,00-14,7144
17Fleishman-Hillard (1)10,20-14,685
18F&H Communications (1)10,10059
19MSL Group (1)9,906,475
20Markenzeichen Gruppe9,038,575
21Styleheads8,929,4102
22Jeschenko8,46046
23A&B One7,25-3150
24Kommpassion7,001,464
25Fink & Fuchs*6,58-2,272
26Lewis Communications6,398,372
27Blumberry (1)6,363,953
28Apco Worldwide6,209,555
29Segmenta Communications6,1631,967
30Klenk & Hoursch6,00-0,655
Quelle: PR-Journal/Gerhard Pfeffer, *= Testat liegt vor, (1)= Schätzung/Hochrechnung


Neben Fischer-Appelt gehören zu den großen Gewinnern im aktuellen Ranking: Serviceplan Content Group, Achtung-Gruppe, Orca, Burson Cohn & Wolfe sowie Weber-Shandwick. Dabei kan die Orca-Gruppe ihren Umsatz sogar mehr als verdoppeln und macht einen großen Sprung von Platz 27 auf Platz 13. Laut Geschäftsführer Michael Schröder resultiert das gewaltige Plus unter anderem aus dem Gewinn des "Rahmenvertrags für Öffentlichkeit im Kaufhaus des Bundes".

Weniger gut lief es dagegen bei Edelman, Fleishman-Hillard, Haebmau und A&B One. Letztere büßt wegen eines großen Etatverlusts (Commerzbank) und abgesagter Projekte fast ein Drittel ihres Honorarvolumens ein und rutscht auf Platz 23 ab. Ebenfalls Umsatzeinbußen hinnehmen müssen Oliver Schrott Kommunikation sowie Hill + Knowlton Strategies aus der WPP-Gruppe. Die Zahlen der Networks bzw. Holding-gebundenen Agenturen sind, wie in den Vorjahren auch, geschätzt bzw. von Gerhard Pfeffer/"PR Jounal" hochgerechnet.

Ergänzend zum Ranking haben die Initiatoren zusammen mit der Schuhmann Personalberatung eine Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf das aktuelle Geschäftsjahr durchgeführt. Daran haben 74 Agenturen aus der Rangliste teilgenommen. Sie zeigen sich in einigen Bereichen erstaunlich optimistisch. So erwarten zwei Drittel der Agenturen in diesem Jahr einen steigenden oder gleichbleibenenden Personalbedarf. Das ist angesichts der aktuellen konjunkturellen Entwicklung allerdings kaum nachvollziehbar. Auf der anderen Seite rechnen knapp 30 Prozent mit Umsatzrückgängen von bis zu 10 Prozent. Ebenfalls rund 30 Prozent erwarten sogar starke Einbußen von 20 Prozent und mehr. mam
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