Quartalsbilanz

Corona-Krise trifft WPP in Deutschland besonders hart

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WPP-Chef Mark Read
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WPP-Chef Mark Read
Die britische Werbeholding WPP hat ihre Zahlen für das 1. Quartal vorgelegt. Lief das Geschäft im Januar und Februar noch ganz gut, machen sich seit März die Auswirkungen des weitgehenden Corona-Lockdowns bemerkbar. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verliert der Konzern 3,3 Prozent seines Nettoumsatzes auf 2,4 Milliarden Britische Pfund (2,8 Milliarden Euro). Im März beträgt das Minus fast 8 Prozent.
Die Top-Märkte der Gruppe sind unterschiedlich stark betroffen. In den USA verliert WPP im März knapp 4 Prozent der Nettoumsätze, in Großbritannien etwa 10 Prozent, in Deutschland 15 Prozent und in China 30 Prozent. Betrachtet man das gesamte Quartal, fallen die Verluste weniger stark aus. So büßt WPP in Deutschland 4,3 Prozent ein, in der gesamten Region "Western Continental Europe" etwa gleich viel. Zu der Holding gehören internationale Networks wie Ogilvy, Grey, Wunderman Thompson, der Mediaagenturverbund Group M und die deutschen Marken Thjnk, Scholz & Friends (Teil von VMLY&R) und Syzygy.


Bei den einzelnen Disziplinen beziehungsweise Agenturtypen haben sich die Säulen "Global Integrated Agencies" und der PR-Bereich am besten gehalten. Sie verloren "nur" 2,6 beziehungsweise 1,4 Prozent ihrer Nettoumsätze. Am härtesten getroffen hat es die "Specialist Agencies" mit einem Rückgang von fast 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Die Maßnahmen, mit denen WPP auf den Geschäftsrückgang und die Corona-Krise reagieren will, hat Konzernchef Mark Read bereits Ende März vorgestellt. So wird die Dividende für die Aktionäre gestrichen, das Aktienrückkaufprogramm eingefroren und ein radikales Sparprogramm aufgelegt. Dazu gehören Gehaltsverzicht des Managements, Einstellungsstopp und die Streichung sämtlicher Ausgaben für Award Shows. Laut WPP arbeiten aktuell rund 95 Prozent der 107.000 Mitarbeter im Homeoffice.


Der weltweite Ogilvy-CEO John Seifert hört 2021 auf
© Ogilvy
Der weltweite Ogilvy-CEO John Seifert hört 2021 auf
Eine größere Veränderung wird es beim Ogilvy-Netzwerk geben. Global CEO John Seifert hat seinen Rückzug angekündigt, will allerdings noch bis 2021 Chef der Agenturgruppe bleiben und die Suche nach einem Nachfolger begleiten. Wann genau der Stabwechsel stattfinden soll, ist nicht bekannt. Der Zeitpunkt dürfte nicht zuletzt davon abhängen, wann ein neuer Ogilvy-CEO gefunden ist - und ob er aus den eigenen Reihen oder von außen kommt.

Unterdessen hat auch die US-Werbeholding Omnicom ihre Quartalszahlen präsentiert. Die Gruppe, zu der Networks wie BBDO, DDB, TBWA und OMD (Media) gehören, erzielt in den ersten drei Monaten des Jahres einen Bruttoumsatz von 3,4 Milliarden US-Dollar (3,9 Milliarden Euro). Das entspricht im Vergleich zum Vorjahresquartal einem Rückgang von 1,8 Prozent. mam
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