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Wieso Maurice Lévy und Arthur Sadoun trotz Corona nach Cannes aufbrechen

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Arthur Sadoun und Maurice Lévy auf ihrem Weg nach Cannes
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Arthur Sadoun und Maurice Lévy auf ihrem Weg nach Cannes
Eigentlich würde die Kreativwelt in dieser Woche geschlossen in Cannes die besten Werbekreationen feiern, spannenden Vorträgen lauschen und an der Croisette literweise Rosé trinken. Doch Corona hat dem größten Kreativfestival der Welt bekanntlich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zwei bekannte Agenturpersönlichkeiten haben sich in dieser Woche dennoch auf die Reise an die Côte d'Azur gemacht: Publicis-CEO Arthur Sadoun und Chairman Maurice Lévy. Und das hat gute Gründe, wie das gewohnt unterhaltsame Video zu dem Trip verrät.
"Yes we Cannes" heißt der knapp dreiminütige Clip (Agentur: Marcel, Produktion: Prodigious), den Publicis auf seinem Youtube-Kanal und in den sozialen Netzwerken veröffentlicht hat. Er zeigt die beiden Franzosen, wie sie sich am frühen Morgen am Bahnhof in Paris treffen - natürlich mit Mund-Nasenschutz - und mit dem Zug nach Cannes aufbrechen. Dort angekommen genehmigen sich die beiden erst einmal ein Eis, Lévy erfüllt ungebetene Autogrammwünsche, ehe sie am Palais des Festivals ankommen. Problem nur: Die Türen sind verschlossen - schließlich sind die Cannes Lions schon vor Wochen abgesagt worden. Aber Sadoun und Lévy würden nicht zu den bekanntesten Agenturgrößen gehören, wenn sie nicht wüssten, wie man in den Palais kommt.


Mit dem Video bewirbt Publicis seine eigene, Network-interne "Cannes-Do"-Preisverleihung, die Lévy und Sadoun am kommenden Freitagabend mit freundlicher Unterstützung der Stadt Cannes tatsächlich aus dem verwaisten Grand Auditorium im Palais des Festivals moderieren werden. Das Event wird ab 18 Uhr live über die KI-Plattform der Agenturgruppe, Marcel, gestreamt.

Wie Publicis mitteilt, wurden für die Cannes-Do Awards insgesamt 1400 Arbeiten aus 400 Publicis-Agenturen aus 60 Ländern und 110 Städten von einer 25-köpfigen Jury begutachtet. 40 Kampagnen schafften es schließlich auf die Shortlist. Auf Marcel konnten Publicis-Mitarbeiter aus aller Welt dann für ihre Favoriten abstimmen. Am kommenden Freitag küren Sadoun und Lévy dann die zehn besten regulären Kampagnen, die fünf besten Non-Profit-Arbeit und vergeben zwei Special Awards.
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"Mit den Cannes-Do-Awards wollen wir zeigen, dass uns Kreativität in allen Formen auch in dieser schwierigen Zeit eint", sagt Publicis-CEO Sadoun. "In einer Welt, in der viele Dinge gerade nicht gehen, wollen wir die kreativsten Arbeiten aus der ganzen Gruppe feiern. Die Awards sind auch die Möglichkeit, unseren Mitarbeitern für ihre sehr harte Arbeit in dieser schwierigen Zeit zu danken und hoffentlich ein Lächeln auf ihr Gesicht zu zaubern." Zudem wolle Publicis mit dem Event in Cannes explizit die Stadt an der Côte d'Azur unterstützen. "Ich möchte dem Bürgermeister und seinem Team für den herzlichen Empfang und die großartige Partnerschaft danken", so Sadoun weiter.


Auch wenn Publicis mit der eigenen Awardshow für gute Laune bei der Belegschaft sorgen will, ist bei der französischen Werbeholding in der Corona-Krise nicht alles Gold, was glänzt: Bereits Mitte April kündigte Publicis an, allein in diesem Jahr 500 Millionen Euro einsparen zu wollen. Internationale Medien berichteten auch über geplante Entlassungen. tt
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