Publicis-Gruppe

Leo Burnett leidet unter neuem Kurs von Philip Morris

Leo-Burnett-Chefin Andrea Albrecht muss harte Einschnitte des Großkunden Philip Morris verkraften
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Leo-Burnett-Chefin Andrea Albrecht muss harte Einschnitte des Großkunden Philip Morris verkraften
Über viele Jahre war die Arbeit für den Tabakkonzern Philip Morris und dessen Flaggschiffmarke Marlboro ein sehr verlässlicher Umsatz- und Gewinnbringer für die Agentur Leo Burnett in Frankfurt. Die Publicis-Tochter war ein wichtiger Partner für das US-Unternehmen und hat einen wesentlichen Teil des Geschäfts mit diesem Kunden erzielt. An den vor kurzem im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftszahlen für das Jahr 2017 wird deutlich, was passiert, wenn ein so dominanter Auftraggeber auf die Bremse tritt.
So weist die von CEO Andrea Albrecht geführte Agentur für das vergangene Geschäftsjahr ein Umsatzminus von 35 Prozent aus. Offiziell wird dies mit einer "geänderten Strategie in den Marketingaktivitäten des größten Kunden" begründet. In der Tat erklärt Philip-Morris-Chef André Calantzopoulos immer wieder, dass das Unternehmen zu einem Nichtraucherkonzern werden und auf dem Weg dahin Alternativen zur klassischen Zigarette unterstützen möchte. So haben sich die Marketingaktivitäten zuletzt auf die Tabakerhitzermarke Iqos konzentriert.


Nicht nur die Umsatzzahlen, auch die Ertragszahlen von Leo Burnett lesen sich wie ein Horrorszenario. Das Betriebsergebnis (Ebit) ist 2017 von plus 5,6 Millionen Euro auf minus 5,9 Millionen Euro zurückgegangen. Allein durch die Gewinne der Mediaagentur Starcom Mediavest Group, deren Zahlen bei Leo Burnett Deutschland konsolidiert werden, ergibt sich eine schwarze Null. Die schlechte Entwicklung bei Leo Burnett erklärt zumindest zum Teil auch die schwachen Zahlen der deutschen Publicis-Gruppe für das Jahr 2017. Die französische Werbeholding hatte für den hiesigen Markt ein Umsatzminus von 7 Prozent gemeldet.

Federn gelassen hat allerdings auch die Stamm-Marke Publicis Pixelpark. Sie verlor im vorigen Jahr rund 7,5 Prozent ihrer Umsätze. Besser lief es dagegen bei Saatchi & Saatchi. Bei der kleinsten der drei Werbeagenturmarken steht ein Plus von fast 15 Prozent in den Büchern. Zuletzt konnte sich die Agentur über einen größeren internationalen Etatgewinn freuen. BSH Hausgeräte hat den Düsseldorfer Kreativen das Mandat für die Marke Siemens Hausgeräte anvertraut. mam
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