Pitch-Entscheidung

Scholz & Friends löst Jung von Matt als Leadagentur der Sparkasse ab

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Freut sich über den nächsten Großkunden: Scholz & Friends-Chef Frank-Michael Schmidt
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Freut sich über den nächsten Großkunden: Scholz & Friends-Chef Frank-Michael Schmidt
Satte 30 Jahre lang wurden die Werbekampagnen des Sparkassen- und Giroverbands von der Agenturgruppe Jung von Matt (JvM) entwickelt. Nachdem Anfang Juli durchgesickert war, dass die Sparkasse ihren Kreativetat neu ausschreibt und sich Jung von Matt an dem Pitch nicht beteiligt, steht nun fest, mit welcher Agentur der Finanzdienstleister in Zukunft zusammenarbeiten wird. Es ist Scholz & Friends.
Wie der Sparkassen- und Giroverband mitteilt, hat sich Scholz & Friends Berlin in einem umfangreichen, mehrstufigen Wettbewerbsprozess gegen mehrere Konkurrenten durchgesetzt. Wie viele und welche Agenturen an dem Auswahlverfahren, das von dem Hamburger Pitchberater Cherrypicker begleitet wurde, teilgenommen haben, dazu äußert sich das Unternehmen nicht. Fest steht allerdings: Die neue Lead-Kreativagentur der deutschen Sparkassen heißt ab Januar 2021 Scholz & Friends. 

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Die Agentur habe den Auftrag, die Markenidee der Sparkassen "in einer übergeordneten kommunikativen Klammer über alle Medienkanäle hinweg" darzustellen - und das in enger Zusammenarbeit mit dem Newsroom der Sparkassen-Finanzgruppe, teilt das Unetrnehmen mit. Zudem solle Scholz & Friends Kommunikationskonzepte vor allem mit digitalem Fokus entwickeln und der Kommunikation der Sparkassen kreativen Input geben, heißt es. 

"An Scholz & Friends haben uns das vorgeschlagene strategische Konzept, die breite Aufstellung in den Kompetenzen und das kollaborative Arbeitsmodell sehr überzeugt", begründet Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, die Etatvergabe an die Berliner. "Mit unserem neuen Partner wollen wir durch gute Kommunikation die Relevanz der Sparkassen bei den Kunden noch weiter steigern und dazu eine integrierte Kommunikation über alle Kanäle hinweg sicherstellen", so Schmalzl weiter.

Brutto-Werbeausgaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands 2020

Quelle: Nielsen
Für die Agentur kommt der Etatgewinn zur rechten Zeit.  Erst kürzlich stand Scholz & Friends wegen eines handfesten Sexismus-Skandals in der Kritik. Dass die WPP-Tochter nun wieder mit Neugeschäftserfolgen wie dem gestrigen Gewinn der Bundesagentur für Arbeit und nun der Sparkassen für Schlagzeilen sorgt, dürfte dem Management um CEO Frank-Michael Schmidt zupass kommen. Zumal die Sparkassen zu den Big Spendern im deutschen Werbemarkt gehören. Laut Nielsen hat das Unternehmen allein in diesem Jahr von Januar bis Ende Juli mehr als 95 Millionen Euro brutto in Werbung investiert. Mit 37 Millionen Euro floss der Löwenanteil davon in TV, aber auch in Onlinemedien (16 Millionen Euro), Zeitungen (16 Millionen Euro) und auf Außenwerbeflächen (12 Millionen Euro) waren die Sparkassen werblich sehr präsent. 

Dass die Kampagnen für all diese Kanäle künftig von Scholz & Friends entwickelt werden, ist aus Sicht von 
Constantin Dudzik eine "wegweisende Aufgabe". Der Chief Strategy Officer und Partner der Scholz & Friends Gruppe will nicht nur mit dem Newsroom der Sparkassen "neue Wege gehen". Es gehe auch darum, die Beziehung zwischen Kunden und Agenturen neu zu definieren und "ein Zusammenarbeitsmodell der Zukunft" zu entwickeln. Ziel sei es, die Markenidee der Sparkassen "ganzheitlich und gemeinsam, strategisch präzise, datengetrieben und kreativ überraschend" an jedem Kontaktpunkt und für alle erfahrbar zu machen. mas
1 Kommentar

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Werner Gütschow
    Erstellt 14. April 2021 16:46 | Permanent-Link

    Ich stelle mir vor:
    Lauter glückliche Kinder-Pinguins Familien im Wendland in Ihren Einzelhäusern.
    Und wer wohnt Steller Chaussee 16 ?

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