Pinker Pudel 2019

Überground und Vice Media erhalten Positivpreis

Der Wettbewerb "Pinker Pudel" braucht einen neuen Veranstalter
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Der Wettbewerb "Pinker Pudel" braucht einen neuen Veranstalter
Mit ihrem "Pinken Pudel" für "geschlechtergerechte Werbung" hat die Hamburger Frauenrechtsorganisation Pinkstinks die Kreativen von Überground und Vice Media für die Kampagne "Lidl Wow Families" und den Opel-Spot "Standard Evolved" ausgezeichnet. Der Preis wurde zum zweiten Mal verliehen. Künftig soll der Pinke Pudel nach dem Willen der Initiatorinnen von einem Branchenverband vergeben werden.

Vice erhielt den "Pinken Pudel"-Publikumspreis für seinen Opel-Spot zum Launch des Konzeptautos GT X Experimental. Mit dem Film, der als Sieger aus einer Online-Abstimmung hervorgegangen ist, wollte der Rüsselsheimer Autobauer seine Haltung zur kulturellen Entwicklung Deutschlands dokumentieren.

In dem von der Vice-Unit Brand Solutions entwickelten Video kommen verschiedene junge Menschen vor, darunter eine Muslima, ein Tätowierer und ein homosexuelles Paar. "Standard Evolved" zeigt laut Pinkstinks "alternative und zeitgemäße Lebensrealitäten, indem es diverse Körperbilder, ethnische Zugehörigkeiten und sexuelle Identitäten als 'neuen deutschen Standard' beschreibt." Für den Publikumspreis hatte Pinkstinks aus 25 Einreichungen insgesamt fünf zur Wahl gestellt.


Den Fachjury-Preis bekam die Hamburger Agentur Überground für "Lidl Wow Families". Die Lidl-Kampagne für Lupilu, eine Eigenmarke für Kinderprodukte, sollte den Discounter als sympathische Familienmarke positionieren.

Unterlegt von einem Rap-Song mit dem Titel "Nap Time" feiert Überground in einem Einminüter junge Mütter und Väter als "tollste Eltern der Welt". Der Spot beweise, so Pinkstinks, "ein modernes Verständnis von Elternschaft". In der Jury, die insgesamt 25 Werbekampagnen bewertet hat, saßen Nils Schwemer (Iconoclast Germany), Nina Puri (Kreativdirektorin, Mitglied im Art Directors Club), Sabine Cole (Loved/Thjnk) und Stevie Meriel Schmiedel (Pinkstinks Germany).


Pinkstinks hat den "Pinken Pudel" zum zweiten Mal vergeben, und zwar für, wie es heißt, "progressive" Werbung, die mit Geschlechterrollenstereotypen bricht. Vorbild ist der "Glass Lion" für Gendergerechtigkeit des Cannes-Werbefestivals. Nun wollen Pinkstinks-Geschäftsführerin Schmiedel und ihr Team die Trägerschaft für den Wettbewerb abgeben. "Wir haben zwei Jahre das getan, was von der deutschen Werbebranche eigentlich selbst kommen sollte", sagte Schmiedel anlässlich der Preisvergabe in Hamburg. Jetzt sei es Zeit, dass beispielsweise ein großer Dachverband den Preis übernehme. fo

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